Angela Merkel auf der Gamescom

Kommt jetzt ein Paradigmenwechsel in der Bewertung von Computerspielen?

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Computerspiele-Messe Gamescom in Köln eröffnet. In diesem Zusammenhang hat sie Computerspiele als Kulturgut bezeichnet. In der Medienpädagogik wurde lange auf einen solchen Moment gewartet.

Seit Beginn der Arbeit von smiley e.V. zum Thema Computerspiele stand immer im Mittelpunkt, dass Computerspiele mit konstruktivem Blick betrachtet werden müssen. Ein differenzierter Blick auf die Qualität von Computerspielen sei nur möglich, wenn das Spielen mit Computern und Spielekonsolen nicht pauschal defizitär oder ablehnend betrachtet wird – so unsere Annahme damals und auch heute. Um beispielsweise mit Schulklassen über eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu sprechen, müssen inhaltlich altersangemessene Spiele thematisiert werden. Ausschließliches Warnen vor ggf. gewaltverherrlichenden Spielen allein wird nicht viel verändern.

Nicht alle Minderjährigen beschäftigen sich tagelang mit sog. „Ballerspielen“. Es gibt schon lange sehr gute Computerspiele und vor allem auch Mädchen und Jungen, die sehr gut Computer spielen können. Dennoch wurde dieses Können von vielen Erwachsenen eher als Problem verstanden und weniger als Leidenschaft oder sogar Kompetenz. Wir haben das oft darauf zurück geführt, dass es eher junge Menschen sind, die die Spieler-Szene prägen, während es die älteren sind, die diese Szene beurteilen. Oft haben wir in unseren Veranstaltung für Verständnis und für Jugendliche in der Pädagogik geworben um einen empathischen Zugang auch zu exzessiven Spielern zu ermöglichen. Streng nach dem Motto: Nur wer Jugendliche ernst nimmt, wird auch von Jugendlichen ernstgenommen - vor allem im Bereich der Medienerziehung. Ernstnehmen bedeutet bspw., dass einflussreiche Politiker Computerspielmessen eröffnen und sich dort ebenso um die Szene kümmern wie bei der Frankfurter Buchmesse. Jahrelang war das eine Wunschvorstellung.

Jetzt ist es endlich soweit: Angela Merkel hat die Gamescom 2017 eröffnet. Sie hat in ihrer Rede Computerspiele als Kulturgut bezeichnet. Auch wenn es vermutlich weniger das Verständnis für die Leidenschaft junger Menschen war als wirtschaftliche Aspekte einer expandierenden Branche, die Angela Merkel zu dieser Einschätzung veranlasst hat, ist es erfreulich, dass Computerspiele ihr Schmuddelecke-Image ablegen können. Erfreulich auch, wie Merkel die Rolle von (Medien-) Erziehung bewertet: demnach sollen Kinder und Jugendliche "auf ihrem Weg als Grenzgänger zwischen realer und virtueller Welt" begleitet werden. In diesem Zusammenhang hat sie auch die Schulen als hier relevanten Lernort hervorgehoben. Somit hat die Bundeskanzlerin das ausgesprochen, was weite Teile der Medienpädagogik lange fordern: Kinder müssen nicht von der Spielekonsole ferngehalten werden, sondern beim Computer spielen begleitet werden!

Dieser Beitrag wurde am 25.08.2017 verfasst.



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