Selfies im Gleis

„Riskiere Dein Leben nicht für ein Selfie“

Selfies im Gleisbett sind seit einiger Zeit unter vielen Kindern und Jugendlichen zu einer gefährlichen Mutprobe geworden. Jetzt versucht die Bahn mit einem Youtube-Clip Jugendliche zu sensibilisieren. Interessanter als der Clip sind unter Umständen die Kommentare unter dem Video.

In der Reihe "Wir wollen, dass du sicher ankommst" klärt die Bahn über Gefahren rund ums Bahnfahren auf. Aktuell hat sie sich riskanten Selfies angenommen. Auch wir haben in Schulklassen von dem Phänomen erfahren und im September darüber berichtet.



Die pädagogische Wirkung von Schockvideos ist generell umstritten, das gilt natürlich auch für dieses Video. Spannend und sicher auch lohnend in der Diskussion in Schulklassen sind die Kommentare, die in den letzten Tagen unter dem Video zu finden sind. So schreibt ein Nutzer: „Ich bin Lokführer regionalbahn und ich musste mal eine vollbremsung machen weil jemand auf dem Gleis gestanden hat und das War sehr knapp“. Beiträge von anderen Nutzern gehen in eine ähnliche Richtung und geben dem Film so noch mehr Authentizität.

Es heißt aber auch „Jeder der schonmal an einem Bahnübergang gestanden ist, wo Züge wie in dem Video relativ schnell fahren, der weiß, dass Züge sich durch Geräusche im Gleis ankündigungen“. Die Bahn selber antwortet: „gerade die heutigen modernen Fernverkehrszüge sind sehr leise und vor allem schnell unterwegs. Wenn man abgelenkt ist, besteht die Gefahr, den sehr schnell herannahenden Zug tatsächlich nicht zu bemerken.“ Drastischer formuliert es ein weitere User: „Das gab es wirklich, und mit echtem tragischem Ausgang. Ich habe in 25 Jahren Dienst bei BGS und Bundespolizei exakt 18 Bahntote, überfahrene Menschen "weggeräumt". Und nicht alle Fälle waren Suizide. Aber auch nicht alle Selfiefans, vielleicht einer davon, aber die anderen reichen auch.“

Auch eine sehr schöne Idee wird geäußert: „Wer wirklich ein Selfie im Gleis machen will, soll das auf einer Draisinenstrecke (außerhalb der Draisinenfahrt-Betriebszeiten und nach Absprache mit den Betreibern) machen. Dort kann man auf einer "echten" Eisenbahn-Strecke genug Fotos machen ohne sein Leben zu gefährden.“

Dieser Beitrag wurde am 17.12.2015 verfasst.



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