Transkript:
Ralf: Ich glaube, dass auch langfristig Eltern diejenigen sein werden, die mit ihren Kindern diskutieren werden oder diskutieren müssen, damit die Kinder auf Social Media entsprechend geschützt sind.
Ralf: Heute ist Montag, der 21. September 2026. Und wie könnte es anders sein Es ist Zeit für eine neue Folge von "Was mit Medienerziehung". Dem Podcast von Smiley e.V.. Der Verein Smiley e.V. besucht Schulklassen, führt Fortbildungen für Fachkräfte durch und arbeitet mit Eltern. In der Arbeit mit Schulklassen geht es um einen verantwortungsvollen Gebrauch von Smartphones und Social Media. In der Arbeit mit Erwachsenen geht es um Medienerziehung. Und in diesem Podcast besprechen wir Eindrücke aus unserer praktischen Arbeit und machen uns verschiedene Gedanken, wie Medienerziehung zu Hause oder in der Schule oder in einer Jugendeinrichtung aussehen kann. Mein Name ist Ralf Willius und mir gegenüber sitzt mein lieber Kollege Moritz Becker.
Moritz: Hallo und herzlich willkommen!
Ralf: Unser Podcast beginnt wie immer mit dem Besprechen von Rückmeldungen zu vergangenen Folgen. Deshalb frage ich dich gleich zu Beginn. Moritz Was gibt es an Rückmeldungen?
Moritz: Ich habe eine Rückmeldung zu einer Folge aus dem Juni.
Ralf: Also vor der Sommerpause.
Moritz: Genau. Und zwar geht es um die Folge vom 15. Juni 2026, in der wir über die Mediennutzung von Kleinkindern gesprochen haben. Uns schrieb ein Elternteil Folgendes Wir setzen Videos gezielt ein, wenn die Kinder still sitzen, müssen Haare, Fingernägel und Fußnägel schneiden. Und das finde ich einen sehr interessanten Gedanken. Wie Videos, also zum Beispiel mit einem Tablet im Alltag von Familien mit unter 3-jährigen tatsächlich auch genutzt werden. Und ich habe mich dann gefragt, ob diese Form der Mediennutzung unserer Idee oder dem Ansatz, den wir in der Folge erarbeitet haben, entspricht. Und da würde ich gerne am Ende der Folge mit dir noch ein bisschen drüber sprechen. Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht.
Ralf: Okay, gibt es noch mehr Rückmeldungen?
Moritz: Zur letzten Folge wurde uns geschrieben, dass der Name der Folge vielleicht eher in Richtung "kleiner Leitfaden", oder dass vermutlich KI hätte gehen sollen. Wir hatten sie: "Ist die Aussage: Das ist doch KI ein Zeichen von Medienkompetenz" genannt, also ein sehr komplizierter Titel. Und ich muss zugeben, der andere Titel wäre tatsächlich besser gewesen, aber ich weiß nicht, ob man das jetzt noch umbenennen sollte.
Ralf: Ich weiß auch nicht, ob das dann für manche Hörerinnen und Hörer wieder als neu, also als noch nicht angehört, markiert wird, wenn wir das ändern.
Moritz: Ja, wir hatten ja schon mal überlegt, dass bei manchen sehr alten Folgen von uns eigentlich auch noch mal so anfangs was reingeschnitten werden sollte wie? Achtung, manche Teile dieser Folge oder manche Inhalte sind sehr überholt, was dann aber auch dazu führen könnte, dass sie dann für manche Menschen, je nachdem wie man Podcasts hört, dann auch wieder als neue Folge angezeigt werden. Und naja.
Ralf: Wenn ich bei Elternveranstaltungen Werbung für unseren Podcast mache, sage ich immer, dass man lieber nicht mit der ersten Folge anfangen soll, sondern eher eine, die einen interessiert.
Moritz: Das mache ich auch. Bei manchen Folgen fände ich es fast sogar gut, wenn wir die komplett löschen würden. Also zum einen, weil die Sprachqualität wirklich richtig schlecht ist, aber so manche Inhalte würde ich heute so gar nicht mehr machen, oder die sind auch dann finde ich, auch weil sie veraltet sind, irgendwie irreführend und gar nicht hilfreich. Aber egal, das entscheiden wir ein andermal.
Ralf: Okay, was machen wir denn heute?
Moritz: Am letzten Mittwoch hat die EU Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen Gesetzentwurf zum EU KIDS Act vorgestellt. Und Ziel ist es, Kinder und Jugendliche im Internet besser zu schützen.
Ralf: Also mehr oder weniger nach dem Vorbild des Social Media Verbots für Kinder und Jugendliche jetzt in Australien.
Moritz: Ja, und so einfach ist es nicht. Insgesamt wirkt es auf den ersten Blick viel komplizierter als einfach nur ein schlichtes Verbot für unter 16-jährige. Der Kern ist ein gestuftes Altersmodell, das heißt unter 13-jährige, sollen erst mal gar keinen Zugang zu Social Media haben. 13 bis 15 jährige sollen ein von den Eltern eingerichtetes und beaufsichtigtes Minikonto mit eingeschränkten Funktionen nutzen können, wie die Accounts von Eltern und Kindern verknüpft werden, das ist zumindest für mich jetzt noch nicht nachvollziehbar geklärt. Ab 15 Jahren sollen Kinder dann eigene Konten nutzen können. Dann sollen sie aber Social Media nicht in der Form nutzen können, wie wir es zurzeit erleben, sondern mit der Vorgabe, dass die Plattform ihre Dienste von vornherein so gestalten, dass es keine süchtig machenden Funktionen oder andere riskante Mechanismen gibt.
Ralf: Das, was ich gelesen habe, bedeutet, dass es dabei unter anderem darum geht, dass Videos nicht automatisch abgespielt werden, wenn ich weiterscrolle.
Moritz: Zum Beispiel, ja.
Ralf: Das heißt, in dem Moment entsteht immer so eine kurze Pause, wenn ich dann nicht bewusst entscheide, auf Play zu drücken. Genau. Es soll weniger Benachrichtigungen geben, also weniger Push Nachrichten. Auch Belohnungssysteme für das Posten von Inhalten soll es nicht mehr geben. Und wenn ich es richtig verstanden habe, ist auch so etwas wie diese Snapchat Flammen also die Belohnung. Wenn ich möglichst konstant mit einer bestimmten Person kommuniziere, dann nicht mehr möglich wären.
Moritz: Ja. Ein gutes Beispiel, ja.
Ralf: Auch personalisierte Werbung soll eingeschränkt werden. Das heißt, im Prinzip gehen die Regeln weiter als das, was in Australien eingeführt wurde, weil auch 16 bis 18 jährige vor gewissen Einflüssen geschützt werden sollen. Wobei, ich weiß nicht, die Jugendlichen dürfen so gesehen aber schon auch mehr als in Australien.
Moritz: Und das finde ich interessant. Also die eingeschränkten bzw beaufsichtigte Konten für 13 bis 15 jährigen, die ermöglichen eine Nutzung von Social Media, was bei einer wesentlich restriktiven Forderung im Sinne von Kein Social Media für unter 16-jährigen so nicht möglich wäre.
Ralf: Was denkst du? Sind Kinder hier dann ausreichend geschützt?
Moritz: Also erst mal gefällt mir der Vorschlag, dass es eben nicht so ist, dass man pauschal gesagt hat, alle unter 16 dürfen kein Social Media mehr nutzen. Hier kann man dann vielleicht schon sagen, dass du das Grundrecht auf Informationsfreiheit oder im Prinzip auch auf Partizipation, was ja von vielen Verbänden und Organisationen, die sich für Kinderrechte einsetzen, immer gefordert wurde, hier sicherlich so berücksichtigt wurde.
Ralf: Da kann man sagen, dass es insgesamt zwar sehr kompliziert wirkt, aber auch diese Differenzierung der einzelnen Altersstufen dann im Ergebnis für Kinder und Jugendliche eigentlich eine bessere Lösung ist als in Australien.
Moritz: Ich würde sagen, dass ich grundsätzlich bei den Möglichkeiten, die es gibt, auf diese Art und Weise Kinder zu schützen, immer noch die Rolle der Eltern am wichtigsten finde. Also weil Eltern müssen im Prinzip ja auch schon jetzt entscheiden, was sie ihren Kindern erlauben, also auch ohne entsprechende Gesetze. Also schon jetzt können Eltern sagen, dass sie nicht möchten, dass ihre Kinder meinetwegen Instagram oder Snapchat oder was auch immer benutzen. Das Problem ist immer, dass das Verbieten für Eltern auf den ersten Blick immer sehr einfach wirkt.
Ralf: Ja klar, Eltern stellen die Regel auf. Du darfst kein Snapchat benutzen, weil wir dir das nicht zutrauen, dass du das in deinem Alter schon benutzen kannst. Und fertig ist das Verbot.
Moritz: Genau. Und das, was dabei anstrengend ist, ist, dass die Eltern dieses Verbot dann auch durchsetzen müssen. Ich muss mir als Vater oder Mutter Gedanken machen, wie ich dann im Alltag damit umgehe, wenn das Kind die von mir aufgestellte Regel nicht akzeptieren möchte. Oder unter Umständen muss ich sehr viele, sehr kräftezehrende Diskussionen führen. Und ich muss unter Umständen mir auch Gedanken machen, wie ich damit umgehe, wenn das Kind sich nicht an die Regeln hält.
Ralf: Ja. Und das ist unter Umständen auch etwas, was den Alltag in vielen Familien, ich möchte mal sagen vergiften kann.
Moritz: Ja. Natürlich, ja.
Ralf: Nach verschiedenen Studien geben 1/3 der Familien an, dass es regelmäßig Streit wegen der Mediennutzung gibt. Ich glaube, in der letzten JIM-Studie war fast die Hälfte der 16 bis bis 19-jährigen hatte angegeben, dass sie sich deshalb häufig mit ihren Eltern streiten.
Moritz: Was du alles weißt.
Ralf: Dabei ging es aber nicht nur um Social Media, sondern Smartphone Nutzung generell.
Moritz: Ja. Also ich kann das nicht empirisch belegen, aber ich erlebe das ganz genauso, dass ganz viele Eltern, die sind mega genervt. Und mein Eindruck ist, dass sich viele Eltern durch gesetzliche Vorgaben oder Verbote eine Entlastung erhoffen. Also das heißt, dass die Diskussion oder zumindest ist das die Hoffnung weniger heftig oder weniger häufig geführt werden müssen, wenn es nicht die Eltern sind, die jetzt verbieten, dies und das zu machen, sondern die Europäische Union.
Ralf: Ja, wobei es jetzt ja nicht so ist, dass meinetwegen unter 16-jährige keinen mehr benutzen dürfen.
Moritz: Aber theoretisch können Eltern auch jetzt ihren Kindern verbieten, auf Snapchat meinetwegen Flammen zu sammeln. Das war ja das Beispiel. Oder meinetwegen die Regel aufstellen, dass das Kind zwar TikTok nutzen darf, um Videos anzugucken, aber keine eigenen hochladen darf. Und ich glaube, das ist ja auch was, was in ganz vielen Familien genau so vereinbart wird.
Ralf: Ja, das ist mein Gefühl, dass in ganz vielen sechsten Klassen, dass viele Kinder, die Tiktok benutzen, selber aber gar keine Videos hochladen. Und ich denke, dass da auch eine Rolle spielt, dass manche Eltern das genau so vereinbart haben. Das heißt, dass das Kind durchaus Videos gucken darf. Aber selber hochladen dürfen sie nicht.
Moritz: Ja und das wäre jetzt eine Regel, wo man mit den Kindern vielleicht viel diskutieren muss. Und das wäre, wenn jetzt meinetwegen die Dienste seitens der Europäischen Union dazu verpflichtet werden, genau das durchzusetzen. Scheinbar für die Eltern leichter.
Ralf: Und eine Sorge ist, dass die Alterskontrolle dann nicht richtig funktionieren.
Moritz: Also dass die Kinder hier ein falsches Alter angeben.
Ralf: Ja, das finde ich sehr spannend. Geplant ist, dass jede Person, die einen Account einrichtet, nicht überprüft wird, ob sie noch nicht 18 ist, sondern dass man zwangsläufig beweisen muss, dass man 18 ist.
Moritz: Also andersrum.
Ralf: Beziehungsweise dass man nachweisen muss, welches Alter man hat. Dabei soll das Ganze aber nicht so funktionieren, dass die Dienste selber das Alter kontrollieren. Das heißt Snapchat, Instagram oder Tiktok würden jetzt nicht erfahren, wer genau diese Person ist und wann sie genau Geburtstag hat, sondern die Dienste bekommen nur die notwendigen Informationen. Beispielsweise. Diese Person ist 14 Jahre alt und dafür wurden bereits auch technische Lösungen entwickelt, die jetzt nach und nach eingeführt werden sollen. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist es dann so, dass dabei eine Person einmal über eine Altersprüfungsapp das Alter nachweist, beispielsweise über so einen Personalausweis oder was auch immer. Also ich vereinfache das jetzt mal so ein bisschen. Und diese Daten sind dann so gesehen im Smartphone hinterlegt. Und wenn du dich jetzt irgendwo anmeldest, registrierst, dann sagt die App dem Dienst meinetwegen, dass diese Person 14 Jahre alt ist, aber nicht wie die Person heißt. Und wenn ich es richtig verstanden habe, soll auch aus Datenschutzgründen es nicht möglich sein, dass man dann auf diese Weise Personen tracken kann, also herausfinden kann, dass die Person die gleiche Person ist, die einen zweiten Account irgendwo bei unterschiedlichen Diensten angelegt hat.
Moritz: Datenschutz spielt hier eine wichtige Rolle.
Ralf: Ich glaube, dass das hier auch ein Bereich ist, der sehr kritisch betrachtet wird, weil es hier natürlich wirklich um sehr sensible Daten geht.
Moritz: Ja.
Ralf: Und ich glaube nicht, dass man ein Gesetz zum Schutz von Kindern und Jugendlichen etablieren kann. Wenn es dazu führt, dass in Zukunft über 18-jährige beispielsweise bei Angeboten wie-
Moritz: -Pornografie.
Ralf: Ja klar, mit dem gleichen System ist es dann auch möglich, bei einer Pornoseite nachzuweisen, dass man 18 ist und sie uneingeschränkt nutzen kann, Bzw dass Personen unter 18 sie nicht nutzen können. Und hier haben wahrscheinlich viele Menschen die Sorge, dass hier seitens der Pornoseiten zu viel über die Kundschaft herausgefunden wird.
Moritz: Und das könnte dann passieren, dass die Pornoseiten weniger Umsatz machen, weil Leute aus Angst vor so einem Datenleak, dann keine Pornos mehr gucken.
Ralf: Und ich glaube, das soll die EU ID Wallet dann verhindern.
Moritz: Die EU sorgt dafür, dass die Leute in aller Ruhe weiter Pornos gucken können.
Ralf: Im Endeffekt ist es wahrscheinlich so, dass die Idee jetzt nicht, dass die Menschen in Ruhe weiter Pornos gucken, sondern Datenschutz ist. Aber ich denke-
Moritz: Grundsätzlich ist es immer ein Problem, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen unter Umständen dazu führt, dass durch mehr Kontrolle auch weniger Privatsphäre möglich ist.
Ralf: Und du glaubst das. Was ist jetzt deine Kritik?
Moritz: Vorgeschrieben sein wird dann oder Würde, Wenn das Gesetz so kommt, dass bei den 13 bis 15 jährigen die Eltern die Kommunikation ihrer Kinder oder Das sind ja Jugendliche. Aber wenn ich Kinder meine, dann halt die Kinder von den Eltern. Die müssen letztendlich dann selber entscheiden, wo sie wann einschränken. Und das wird den Kindern nicht unbedingt passen.
Ralf: Ich glaube, das ist vor allen Dingen Diskussionen geben wird, wenn bei den Mini Konten, wo die Eltern entsprechend technisch begleiten, das Kind das Gefühl hat zu sehr eingeschränkt zu sein.
Moritz: Ja, und hier finde ich wichtig, dass es eben sein kann, dass manche Kinder den Eltern dann permanent vorwerfen, dass die Eltern zu streng sind oder wenn sie ganz bestimmte Kontakte zu Kindern, wo die Eltern denken, mit denen sollen die besser nicht schreiben oder so, dass sie die halt nicht zulassen. Und hier werden das Kinder bestimmt schaffen, dass die Eltern irgendwann dann doch mehr erlauben, als sie vorher eigentlich wollten. Da haben wir auch schon drüber gesprochen, wie schwierig das ist, das dann durchzuziehen. Und das heißt, hier ist es nicht so, dass vom Gesetz her gesagt wird. Du darfst nicht mit dieser Person kommunizieren, weil wir ihr nicht vertrauen, sondern. Also kann das Gesetz ja gar nicht sagen. Sondern das Gesetz sagt, dass die Eltern entscheiden müssen, ob sie dieser Person vertrauen, mit denen das Kind gerne kommunizieren möchte. Und das ist dann gar nicht so anders, als es jetzt ist. Also ich kann mir vorstellen, dass es Kinder geben wird. Oder, nein. Ich kann mir eher vorstellen, dass das Eltern geben wird, die sagen also vielleicht wirklich komplett opportunistisch. Wir können unserem Kind vertrauen und haben den Account jetzt so eingerichtet mit der Identifikation der Eltern. Wir stellen also den Account ab 18 zur Verfügung. Vielleicht, weil sie spüren, dass sie es sowieso nicht schaffen werden, all die Diskussionen zu führen. Oder vielleicht auch, weil sie wirklich denken, dass das Kind, das am Ende dann doch alles alleine richtig entscheiden kann.
Ralf: Im Moment erlebe ich auch sehr oft Eltern, die genau wissen, dass das Kind mit dem eigenen Smartphone ohne irgendwelche technischen Einschränkungen komplett überfordert ist. Wenn es beispielsweise nachts dann selbst entscheiden muss, ob es weiter online ist, mit wem es chattet oder ob es das Gerät zur Seite legt.
Moritz: Die Eltern lassen es aber trotzdem zu, obwohl sie wissen, dass das Kind das nicht kann.
Ralf: Die Begründung von manchen Eltern ist dann, dass die Kinder sowieso machen, was sie wollen. Wenn man das verbietet und dann das Verbot halt umgehen, das heißt, dass man sich gar nicht die Arbeit macht, das Kind einzuschränken. Verstehst du? Ja. Andere Argumente sind, dass ja alle anderen Kinder das ja auch so dürfen. Und man möchte das eigene Kind da nicht einschränken, dass es dadurch Nachteile hat.
Moritz: Das wohl auch einer der Gründe, weshalb in Australien das Social Media Verbot an vielen Stellen faktisch unzureichend ist. Also ich habe von ganz vielen Familien gelesen, bei denen die Kinder ganz massive Nachteile im Freundeskreis hatten. Wenn die Eltern tatsächlich dafür gesorgt haben, dass die Kinder, wenn sie noch nicht 16 sind, Social Media auch wirklich nicht nutzen und da aber in manchen Freundesgruppen entsprechend viele Eltern einfach Erwachsene die Accounts zur Verfügung stellen, ist es dann einfach so üblich, Social Media so zu nutzen wie ganz ohne Verbot. Und den Nachteil haben dann aber die Kinder, deren Eltern das Gesetz ernst nehmen und umsetzen.
Ralf: Ja, ich glaube, da teile ich deine Sorge. Am Ende sind es dann doch die Eltern, die in den Familien das umsetzen müssen, was der Gesetzgeber eigentlich von den Social Media Anbietern erwartet.
Moritz: Ja, und ich befürchte, dass es anders nur sehr schwer oder sehr aufwendig umzusetzen ist.
Ralf: Ich glaube, dass auch langfristig Eltern diejenigen sein werden, die mit ihren Kindern diskutieren werden oder diskutieren müssen, damit die Kinder auf Social Media entsprechend geschützt sind.
Moritz: Und das bedeutet nicht, dass das, was die Europäische Union da jetzt vorhat, nicht zu mehr Schutz von Kindern und Jugendlichen führt. Ich kann mir vorstellen, dass in ganz vielen Familien das Ganze völlig reibungslos läuft. Es ist ja auch jetzt schon so, dass ganz viele Familien ihre Kinder großartig begleiten und Regeln gelten, die dann auch einen problematischen Teil der Nutzung einschränken. Was ich nur ganz wichtig finde, ist, dass die ausschließliche technische Regulierung alleine Kinder nicht schützen wird. Vor allem nicht die Kinder, die vielleicht ganz besonders geschützt werden müssten. Denn das sind oft Kinder, die keine entsprechende Beziehung zu ihren Eltern haben, bei denen unter Umständen Begleitung eben nicht so konstruktiv stattfindet, wie wir uns das hier in unserem Podcast ganz oft wünschen. Aus verschiedenen, vielleicht auch sehr nachvollziehbaren Gründen.
Ralf: Man kann aber schon sagen, dass dieses Stufenmodell eigentlich die viel schönere Lösung ist als das sehr drastisch wirkende Verbot von Social Media in Australien.
Moritz: Ja, also das würde ich auf jeden Fall sagen. Also die Empfehlung der Deutschen Kommission zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet an die Familienministerin Karin Prien hat mir insgesamt aber dann doch noch mehr zugesagt, weil da auch noch mal viel mehr Wert darauf gelegt wurde, dass es eben nicht ausschließlich um Verbote gehen darf, um Kinder und Jugendliche zu schützen, sondern dass Kompetenzerwerb ein ganz wichtiger Punkt ist und dass Kinder grundsätzlich auch ein Recht auf Partizipation, Informations und Meinungsfreiheit.
Ralf: Wobei wir hier schon über ein konkretes Gesetz reden.
Moritz: Ja, das stimmt. Vielleicht kann man das auch gar nicht so miteinander vergleichen. Aber ich glaube, das ist auch so ein Grund, weshalb ich da so.
Ralf: Ich weiß, was du meinst. Wir sind in allem, was wir machen, immer darauf aus gewesen, Kinder zu befähigen, durch Medienkompetenz so etwas wie einen Eigenschutz zu gewährleisten.
Moritz: Ja.
Ralf: Und dabei ist es uns natürlich auch zusätzlich in der Elternarbeit auch immer wichtig gewesen, dass Eltern die Kinder begleiten und dabei auch Schonräume schaffen und die Kinder nicht mit unangemessenen Herausforderungen alleine gelassen werden.
Moritz: Schön gesagt.
Ralf: Und wir gehörten nie zu den Menschen, die durch ausschließlich gesetzliche Regelungen Kinder schützen wollten. Ja, und ich würde das, was da jetzt von Ursula von der Leyen beschrieben wurde, auch nicht als alleinige Maßnahme zum Schutz von Kindern und Jugendlichen verstehen.
Moritz: Ja. Hoffentlich nicht.
Ralf: Jetzt geht es eben einmal nicht um Kompetenzerwerb, sondern ausschließlich um Schutz durch gesetzliche Vorgaben für Anbieter von Social Media. An anderen Stellen reden wir dann vielleicht wieder über Bildung und Kompetenzerwerb.
Moritz: Ja, aber generell kommt mir das im Moment einfach zu kurz.
Ralf: Ja, aber das ist im Moment einfach mal nicht Thema.
Moritz: Ich habe das Gefühl, dass es im Moment bei vielen Menschen das Bedürfnis gibt, das durch entsprechende Verbote oder technische Lösungen die Welt endlich wieder so ist, wie sie mal war. Als Kinder nicht durch Social Media gefährdet wurden und das, was wir in den letzten Jahren immer gemacht haben, also wir, zu versuchen und Familien fit zu machen für diese Herausforderung oder in Workshops Schülerinnen und Schüler zu kritischen Nutzerinnen zu machen. Ach, ich, ich will das jetzt hier eigentlich gar nicht alles diskutieren.
Ralf: Ich kann das aber verstehen. Ich kann Familien absolut verstehen, die sich wünschen, dass es diese ganzen Probleme, die man heute im Alltag mit Kindern und Jugendlichen diskutiert, dass es die nicht gäbe.
Moritz: Ja, aber die Welt wird doch nicht wie 1995, nur weil-
Ralf: Ja aber wir muss. Ja, sie soll ja auch nicht wie 1995 sein. Ich glaube sogar, dass du mir mal in der Diskussion um Schutz erzählt hast, dass der Straßenverkehr erst durch ganz viele Regeln so sicher wurde, wie er heute ist.
Moritz: Ja, das war ich.
Ralf: Erst wurden Autos erfunden, dann wurden Geschwindigkeitslimits, Gurtpflicht, Alkohol, Grenzen, was weiß ich nicht alles eingeführt.
Moritz: Ja.
Ralf: Und heute passieren viel, viel, viel weniger Unfälle. Und da halfen Gesetze.
Moritz: Ja. Man hat den Menschen aber auch beigebracht, Auto zu fahren, indem es Führerscheine Und wie gesagt, das, was ich eigentlich sagen möchte. Also, um es kurz zu machen Eltern werden auch weiterhin diejenigen sein, die letztendlich dafür sorgen, dass die Kinder unbeschadet groß werden. Und die entsprechenden Gesetze, die wir jetzt diskutieren, werden bestimmt helfen. Aber sie werden nicht die Lösung sein, die sich die Menschen erhoffen.
Ralf: Ja, aber was mir gefällt, ist, dass beispielsweise nicht gesagt wird, dass die Plattformen grundsätzlich jetzt keine Algorithmen mehr anbieten dürfen. Das heißt auch weiterhin sortiert ein Algorithmus die ganzen Inhalte. Dabei soll es nicht mehr Ziel sein, dass Kinder so lange wie möglich online sind, sondern dass sie die Möglichkeit haben, Interessen anzugeben. Und diese Interessen werden dann entsprechend bei der Auswahl von Videos vom Algorithmus berücksichtigt.
Moritz: Also ich will jetzt nicht schon wieder so diese Rolle von so einem motzigen Podcast Partner haben, aber auch das ist nicht so einfach, weil man unter Umständen auch seine Interessen verändert mit dem, was man im Laufe der Zeit gesehen hat. Also ich weiß nicht, ob das so praktikabel ist, dass ich jetzt regelmäßig dann wirklich angeben muss, dass ich mich jetzt für eine ganz bestimmte Musikrichtung interessiere, die ich noch gar nicht kannte. In dem Moment, als ich TikTok eingerichtet habe. Also Interessen verändern sich auch unabhängig von dem, was ich auf dem Bildschirm gesehen habe, verändern sich. Und ein Algorithmus, der mir zeigt, was mich wirklich interessiert, weil er einfach geil gemacht ist, führt vielleicht zwangsläufig auch ein Stück weiter dazu, dass ich länger on bleiben möchte, als ich es eigentlich vorhatte.
Ralf: Ja, klar.
Moritz: Und ich habe letzte Woche bei einer Abendveranstaltung in Osnabrück ein Gespräch mit einem Vater, der selber Wissenschaftler ist, über die Sogwirkung von TikTok bzw generell vom Algorithmus gesprochen. Und er berichtete mir, dass er früher wie gesagt als Wissenschaftler oder auch als Lehrender Twitter genutzt hat, um sich entsprechend zu informieren. Und aus verschiedenen Gründen, die ich sehr nachvollziehen kann, nutzt er heute kein Twitter mehr. Also Twitter heißt jetzt X, aber egal. Sondern er nutzt jetzt Mastodon. Und da ist es so, dass im Wesentlichen die Timeline chronologisch ist. Das heißt, du siehst die ganzen Beiträge der Accounts, denen du folgst, in der Reihenfolge, wie sie gepostet wurden. Und das ist einfach viel weniger effizient als ein Algorithmus, der anhand deines Nutzungsverhaltens vorsortiert. Ich würde dem Vater, mit dem ich sprach, jetzt nicht unterstellen, dass er irgendwie zu Unterhaltungszwecken wie süchtig da vor dem Bildschirm sitzt, sondern dass das für ihn eine wirklich professionelle Form von Information und Vernetzung ist. Und das gilt im Prinzip auch. Jetzt komme ich wieder. Für unter 18-jährige.
Ralf: Vielleicht sollte man sagen, dass ein Algorithmus, der dein Interesse erkennt, nicht grundsätzlich schlecht ist, aber halt anspruchsvoll.
Moritz: Okay, ja.
Ralf: Weil ich durch interessante Beiträge die Nutzungsdauer kann sich erhöhen. Und je schlechter ein Mensch sich regulieren kann, desto schneller kann es passieren, dass man sich komplett verliert.
Moritz: Ja klar. Und da sind Kinder. Und das war letztendlich auch das Ergebnis von dem Gespräch, das ich letzte Woche führen durfte, aufgrund von einer anderen Gehirnentwicklung oder einem auch einfach noch nicht so ausgeprägten präfrontalen Kortex viel mehr gefährdet. Das Zeitgefühl komplett zu verlieren. Von daher ist nachvollziehbar. Also wirklich. Ich, Ich. Es ist sinnvoll, Kinder hier entsprechend einzuschränken, aber sie werden dadurch eben auch schlechter informiert sein.
Ralf: Zumal ich aber glaube, dass ganz, ganz viele Kinder Tiktok nicht nutzen, um sich zu informieren, sondern einfach zur Unterhaltung.
Moritz: Klar. Aber auch hier. Nein. Egal. Alles gut. Grundsätzlich hast du recht.
Ralf: Was Ist egal. Ich habe das Gefühl, dass du eigentlich viel deutlicher widersprechen möchtest.
Moritz: Ja, weil es ist.
Ralf: Ich meine, der Podcast ist dazu da, dass wir uns hier auch austauschen, dass wir diskutieren.
Moritz: Aber wir wollten noch über die eine Rückmeldung zur vorvorletzten Folge sprechen.
Ralf: Ja, und ich könnte auch noch was zur PISA Studie sagen.
Moritz: Pass auf. Ich versuche es kurz zu machen. Zur Not vertagen einfach die anderen Themen. Also das, was mich so beschäftigt, ist, dass ich glaube, dass das Positive an der digitalen Welt, in der wir leben, eben gleichzeitig das Gefährliche ist. Verstehst du, was ich meine?
Ralf: Das klingt auf der einen Seite total spannend, aber auch so, dass wir jetzt hier ein ganz neues Fass aufmachen.
Moritz: Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Ein KI-Chatbot oder generell KI-Chatbots werden auch in dem Akt erfasst. Und dabei sollen Systeme, die eine personalisierte Interaktion oder so was wie eine soziale oder emotionale Beziehung simulieren, eingeschränkt werden. Also soll es auch eine elterliche Kontrolle entsprechend geben. Und-
Ralf: Das finde ich jetzt auch schlüssig. Vor allen Dingen, wenn wenn ich an die Folge denke, die wir gemacht haben, als wir. Als es darum ging, dass Chatbots keine Freunde von Kindern sein sollen bzw Chatbots keine Freundschaft oder Beziehungen ersetzen sollen. Ich finde es auch richtig, hier die technischen Möglichkeiten einzuschränken, so wie bei Social Media und den Algorithmen auch.
Moritz: Aber es gibt mittlerweile KI Chatbots wie zum Beispiel Maja, wo Menschen, die Opfer von sexueller Gewalt geworden sind, Unterstützung finden können. Also da kannst du ganz niedrigschwellig beschreiben, wie es dir gerade geht oder dich erkundigen, wo oder wie du Hilfe bekommen kannst. Und ich glaube, dass das ein tolles Angebot ist. Es geht mir nicht darum zu sagen, dass KI jetzt besser ist als eine Beratungsstelle. Auf gar keinen Fall. Aber ich glaube, dass auch Kinder vermutlich in der nächsten Zeit. Oder Wahrscheinlich ist es auch jetzt schon so. Entsprechende Hilfsangebote in Form von Chatbots eher nutzen würden als meinetwegen irgendwelche Beratungsstellen. Zumal es sie vielleicht auch gar nicht gibt in der Nähe und jedem Kind, das beispielsweise Gewalterfahrungen machen musste. Dem mit einer KI. Und das ist ja nicht irgendeine KI, sondern auch eine verantwortungsvoll gestaltete KI, die auch keinen Gewinn machen soll oder oder will. Also geholfen werden kann ist. Also was ist gewonnen, wenn wir solche Angebote nicht mehr nutzen können?
Ralf: Es wäre ein bisschen absurd, wenn Kinder zu ihren Eltern gehen und sagen Bitte, könntest du mir mal diese KI freischalten? Weil ich möchte mit ihr darüber sprechen, dass ich von meinen Eltern geschlagen werde.
Moritz: Genau. Das ist total widersinnig. Und da konnte ich bisher nichts in den gesetzentwürfen finden, was da oder vielleicht musste auch nachgearbeitet werden.
Ralf: Aber jetzt tatsächlich so eine KI Chatbot der Jugendliche in einer wirklich psychischen Krise als Erstkontakt helfen kann, wär mir gar nicht eingefallen. Wenn ich dich richtig verstehe, geht es nicht darum, dass dieser Chatbot jetzt dann Lösungen für das Problem findet.
Moritz: Ne genau, gar nicht.
Ralf: Sondern etwas wie eine Anlaufstelle so ein Erstkontakt, eine Erstberatung, die dann vielleicht irgendwelche Adressen raussuchen kann, wo ich mich dann vor Ort informieren kann.
Moritz: Genau. Und es geht nicht darum, dass ich da jetzt eine wochenlange Beziehung zwischen einem Chatbot und einem Kind entwickeln soll. Aber es ist letztendlich ein Angebot, was so in der Form dann eben nicht mehr möglich wäre. Schöner wäre natürlich, wie gesagt, wenn es in jeder Stadt, an jedem Ort ein Offlineangebot gäbe, das genauso gut ist. Oder besser an das sich Kinder wenden können, wenn sie in irgendeiner Form in Not sind. Aber das ist eben nicht so und deshalb ist so wie ich eben überlegt habe, ein Algorithmus nicht pauschal schlecht. Ein Chatbot, dem ich mich anvertrauen kann, ist nicht pauschal schlecht, aber gleichzeitig empfinde ich es, wie du im Prinzip ja auch gesagt hast, als Aufgabe des Gesetzgebers, meinetwegen der EU dafür zu sorgen, dass die Kinder vor manipulativen Angeboten geschützt werden. Und Tiktok hat jetzt vielleicht kein Interesse, dass die Kinder in irgendeiner Form gut informiert werden, sondern scheint eher das Interesse zu haben, dass die Kinder stundenlang online sind. Das gleiche gilt für irgendwelche Chatbots, die Beziehungen suggerieren, aber das nicht unbedingt mit den Kindern mit so einem gemeinnützigen Anspruch helfen wollen. Also-
Ralf: Ja.
Moritz: -das ist halt so das, was es so so schwierig macht.
Ralf: Ich überlege gerade, ob wir das Angebot, von dem du gesprochen hast, verlinken sollen.
Moritz: Ja, ich suche das raus. Ich habe mir nur gemerkt, dass es Maja heißt. Es gibt bestimmt auch noch andere, vergleichbare Angebote. Ich habe da jetzt überhaupt gar nicht wirklich zu recherchiert. Mir ging es einfach nur darum, nochmal deutlich zu machen, warum ich nicht einfach uneingeschränkt feiern kann. Wenn wir Kinder vor KI oder Algorithmen auf diese Art und Weise schützen.
Ralf: Ja, aber die meisten Kinder werden wahrscheinlich gar nicht so sehr eingeschränkt sein.
Moritz: Ja, weil die meisten Kinder zum Glück nicht Opfer von sexueller oder innerfamiliärer Gewalt werden. Aber trotzdem sollten wir auch an diese Kinder denken. Also diese Kinder werden dann vor einer guten Beratung geschützt, wenn man so will.
Ralf: Ja, ich glaube, das war gut, dass du das noch mal erklärt hast. Also ich teile deine Bedenken dabei auch grundsätzlich und glaube auch, dass es eigentlich immer so eine Idee von smiley e.V., war also hier ein bisschen differenzierter zu gucken.
Moritz: Also da sehe ich jetzt einfach auch so, so genau. Ich habe da auch keine Lösung für. Also vielleicht fällt der Europäischen Union noch was Gutes ein. Es ist ja bisher auch erst mal nur ein Entwurf. So.
Ralf: Okay, lass uns die Überlegung mit dem Video beim Haare kämmen. Vielleicht. Das nächste Mal.
Moritz: Fänd ich besser. Also tatsächlich, Was ist denn zur PISA Studie zu sagen?
Ralf: Die Ergebnisse der PISA Studie zeigen wieder Mathematik und Lesen gegenüber 2022 einen deutlich negativen Trend. Im Bereich Naturwissenschaften stagnieren die Zahlen. Insgesamt sind die Werte aber wohl so niedrig, wie sie noch nie in einer Pisa Studie Deutschland waren. Die Autorinnen und Autoren der Studie zeigen einen Zusammenhang zwischen den Leistungen der Studie und der Nutzung von KI und Social Media. Eine intensive Nutzung von Social Media zieht wohl viel Ablenkung nach sich, was sich auf die Lernergebnisse auswirkt. Und bei der Nutzung von KI kann es entweder passieren, dass hier ganze Texte wie Hausaufgaben mit der KI generiert werden, was zum großen Teil Lernen verhindert. Dann ist aber auch so, dass ein sinnvoll eingesetzte künstliche Intelligenz beim Lernen auch helfen kann. Von daher passt das so ein bisschen zu den Überlegungen von vorhin. KI Also nicht pauschal schlecht.
Moritz: Das sind ja sehr verblüffende Ergebnisse, mit denen wahrscheinlich niemand gerechnet hätte.
Ralf: Na gut, es sind halt nicht alle Leute so schlau wie du.
Moritz: Dann sollten wir das jetzt, wie wir es traditionell nach der PISA Studie immer machen, alle ein bisschen empören und echauffieren über das schlechte deutsche Schulsystem und dann zur Tagesordnung übergehen.
Ralf: Ich kommentiere deine zynische Aussage jetzt einfach mal an dieser Stelle ganz bewusst nicht, sondern gehe zu unserer Tagesordnung über und komme zum Schluss.
Moritz: Wenn das mal nicht genauso zynisch ist.
Ralf: Ich komme nur zum Schluss dieser Folge. Vielen Dank fürs Zuhören. Wir freuen uns wie immer über Rückmeldungen über unsere Social Media Kanäle, die über unsere Homepage www.smiley-ev.de zu finden sind. Gerne auch über Spotify oder per Mail an podcast@smiley-ev.de. Als Folge zum nach-
Moritz: Vielleicht noch ein ganz kurzer Hinweis in eigener Sache. Für uns ist es sehr hilfreich, wenn unser Podcast von euch bewertet wird, weil auf diese Weise der Algorithmus von Spotify und anderen Plattformen unserem Podcast hilft, bekannter zu werden. So auch hier. Von daher freuen wir uns über eine entsprechende Bewertung.
Ralf: Weil, wie wir ja vorhin von dir gelernt haben, so ein Algorithmus nicht per se schlecht ist.
Moritz: Nein, genau.
Ralf: Moritz, uns fehlt eine Folge zum weiter hören. Ich hatte überlegt Australien Social Media Verbot.
Moritz: Nein, das würde ich glaube ich nicht wollen. Also wir haben zwischen den Zeilen auch in dieser Folge zumindest ansatzweise auch schon wieder das Für und Wider von Verboten so gestriffen. Ich glaube, spannender wäre diese eine Folge, in der wir darüber diskutiert haben. So das Abwägen von Recht auf Privatsphäre und Sicherheit von Kindern in dieser. Da ging es um die Chatkontrolle.
Ralf: Genau, es ging um die Chat Kontrolle. Ich kann ja mal gucken, welche Folge das war. Ja.
Moritz: Müsste auch letztes Jahr gewesen sein. Der liebe Ralf guckt auf unsere Folgenliste.
Ralf: Als Folge zum Weiterhören empfehle ich. "Schutz von Kindern vs. vertraulicher Kommunikation", vom 20. Oktober 2025 um das Dilemma zwischen Grundrechten und Schutz von Kindern und Jugendlichen zu vertiefen.
Moritz: Das wäre gut.
Ralf: Tschüss. Bis zum nächsten Mal.
Moritz: Tschüss.
Moritz: War ich zu krawallig? Also, ich habe schon wieder. Ich habe die ganze Zeit. So. So war ich. So. Nach. Nach. Nach.
Ralf: Nein. Aber. Moritz. Ja und nein. Aber KI ist nicht per se schlecht. Und wir müssen halt auch die Kinder im Auge haben, wo die Eltern vielleicht einfach pauschal alles verbieten, die sich dann überhaupt gar nicht.
Moritz: Du meinst jetzt in diesem Bezug diese Beratungsstellen.
Ralf: Genau zum Beispiel.
Moritz: Ja, da würden wir dann vielleicht über regulieren.
Ralf: Ja.
Moritz: Und mal sehen, was das wird.
Ralf: Ja.
Moritz: Jetzt muss ich die Folge schnell schneiden, weil die muss heute noch online gehen.
Ralf: Mach das. Ciao.
Moritz: Tschüss.