Transkript:
Moritz: Unser heutiges Thema passt komplett in die Kategorie "Es wird auch manches besser im Internet".
Moritz: Hallo und herzlich willkommen an diesem wunderschönen Medienerziehungs-Montag, dem 23. März 2026 zu einer neuen Folge von "Was mit Medienerziehung". Dem Podcast von smiley e.V..
Ralf: Der Verein smiley e.V. besucht Schulklassen, um hier einen verantwortungsvollen Gebrauch von Social Media und dem Smartphone zu erarbeiten und diskutiert mit Eltern und Fachkräften angemessene Wege der Medienerziehung. Dieser Podcast dient dazu, aus unserer alltäglichen Arbeit zu berichten und sich weiterführende Gedanken zu machen. Mein Name ist Ralf Willius.
Moritz: Und mein Name ist Moritz.
Ralf: Becker und wir können uns mittlerweile echt gut abwechseln, wenn es darum geht, ein Intro einzusprechen.
Moritz: Zumindest bis hierhin, weil ich jetzt nicht weiß, was ich sagen soll.
Ralf: Das macht gar nichts, da helfe ich gerne aus und fragt dich wie immer Was gibt es für Rückmeldungen zu unserer letzten Folge?
Moritz: Ja, vielen Dank an alle, die sich auf die letzte Folge gemeldet haben. Zu zwei Rückmeldungen würde ich gerne noch etwas mehr sagen, aber lieber am Ende der Folge. Nur so viel Wir haben uns darüber ausgetauscht, wie schwierig es für uns ist, unter Berücksichtigung der UN Kinderrechtskonvention für oder gegen ein Verbot von Social Media für Kinder und Jugendliche zu sein.
Ralf: Sehr schön formuliert.
Moritz: Aber so ist es doch. Es spricht aus meiner Sicht viel für ein Verbot, wenn es darum geht, Kinder vor vielfältigen, sehr negativen Einflüssen zu schützen. Und gleichzeitig spricht viel gegen ein Verbot, wenn man auch Kindern ein Recht auf Meinungsfreiheit, Informationsfreiheit und Teilhabe zugestehen möchte.
Ralf: Ja klar. Ich meine nur, dass es sehr schön zusammengefasst im Prinzip in einem Satz, Worüber wir zwei vor zwei Wochen 20 Minuten lang diskutiert haben.
Moritz: Geht auch viel schneller. Danke schön. Und dazu haben wir wie gesagt zwei Rückmeldungen bekommen, über die ich am Ende noch einmal sprechen möchte.
Ralf: Ich habe noch eine Rückmeldung zur Folge vom Moment Wann war die Folge? Discord ?
Moritz: Du hast die Liste.
Ralf: Ja, ich gucke ja gerade. Es geht um die Frage "Was ist eigentlich Discord?" vom 15. Dezember 2025.
Moritz: Das kann sein.
Ralf: Ja, das ist so.
Moritz: Okay.
Ralf: Wir haben die Foren Kanäle von Discord in der Folge annähernd nicht erwähnt oder vielleicht sogar gar nicht. Hier ist aber wichtig noch zu ergänzen, dass dies ein Bereich ist, bei dem Jugendliche unter Umständen sich über ein Thema mit anderen vernetzen können, mit dem sie sich sonst nicht vernetzt hätten.
Moritz: Stichwort Radikalisierung.
Ralf: Ja, dies kann zu. Zu problematischen Kontakten mit fremden, gegebenenfalls problematischen Erwachsenen führen. Außerdem sind die Foren nicht unbedingt inhaltlich kind oder jugendgerecht und nicht selten auch schlecht oder gar nicht moderiert. Und ich denke, dass es auf jeden Fall wichtig ist, dass mit den eigenen Kindern darüber gesprochen wird, dass dies unter Umständen auch ein riskanter Teil von Discord sein kann.
Moritz: Okay, vielleicht oder ganz bestimmt gibt es in dieser Folge auch noch mehr zu Discord. Steigen wir deshalb in das heutige Thema ein. Unser heutiges Thema passt komplett in die Kategorie "Es wird auch manches besser im Internet".
Song: Es wird auch manches besser im Internet.
Moritz: WhatsApp hat neue Konten für Kinder eingeführt bzw angekündigt und dabei geht es laut WhatsApp um Kinder unter 13 Jahren, die derzeit laut allgemeinen Nutzungsbedingungen WhatsApp gar nicht nutzen dürfen.
Ralf: Naja. Es aber intensiv nutzen.
Moritz: Ja. Die Praxis ist, dass viele Kinder zwischen zehn und 13 Jahren WhatsApp nutzen. Oder noch jünger. Und einige der Probleme, die viele Eltern in der Nutzung von WhatsApp ihrer Kinder sehen, konnten dann immer so vom Betreiber weggewischt werden, weil die Kinder offiziell ja gar keinen WhatsApp nutzen durften. Also die wissen das natürlich auch, aber haben immer gesagt Ist ja gar nicht so! Und dabei geht es gar nicht nur um die Nutzungsweise, also wie die Kinder WhatsApp nutzen, sondern auch um das eigentliche Angebot, das WhatsApp insgesamt macht oder ist.
Ralf: Ich würde sagen, dass vor allen Dingen die WhatsApp Kanäle ein ganz großes Problem für viele Eltern sind. Die Alterskennzeichnung im Google Play Store für WhatsApp wurde auch mit Einführung der Kanäle von 0 Jahren auf 12 angehoben.
Moritz: Ja, der Messenger Signal, der Vollständigkeit halber ist nach wie vor mit 0 Jahren gekennzeichnet.
Ralf: Weil es da auch keine Kanäle gibt.
Moritz: Ich wollte es noch mal unterstreichen, dass vor allen Dingen die Kanäle, die du angesprochen hast, wo Kinder unter Umständen Influencerinnen und Influencern folgen können, die keine altersgerechte Inhalte posten und dann auch immer sagen Hey, sind doch alle 13 hier, was habt ihr denn? Oder dass auch Kinder selber ohne Rücksicht auf die eigene Privatsphäre einen sehr großen, nicht genau definierten Publikum Inhalte zur Verfügung stellen können, macht das Ganze, wie du sagst, für Kinder sehr anspruchsvoll. Und WhatsApp ist durch die Kanäle im Prinzip auch so etwas wie eine kleine Social Media Plattform geworden, also mehr als nur ein Messenger. Und es geht also nicht nur darum, mit Freundinnen und Freunden zu chatten.
Ralf: Und ich finde, das ist auf jeden Fall eine der ganz wichtigen Funktionen der Kinder Konten. Es gibt keine Kanäle, mit denen die Kinder, denen die Kinder folgen können und sie können auch selbst keine einrichten. Das Gleiche gilt für die Statusmeldungen. Auch hier können Kinder keine Inhalte anderer Nutzerinnen und Nutzer sehen und auch keine eigenen Posten. Was mich ebenfalls sehr freut ist das Meta AI, also diese KI Chatbots auch wegfällt.
Moritz: Wir haben Folgen in unserem Podcast, bei denen wir einmal die Herausforderung der WhatsApp Kanäle für Kinder und daraus resultierend für Eltern besprochen haben. Und das gleiche zum Umgang mit dem Chatbot Meta AI.
Ralf: Genau das macht es in Zukunft halt viel einfacher.
Moritz: Und man braucht die beiden Podcastfolgen vielleicht nicht mehr, zumindest für die Kinder unter 13. Also man kann im Prinzip sagen, dass Kinder mit den Kindern Konten Nachrichten schreiben können und per WhatsApp telefonieren. Die Eltern müssen dazu Kontakte freigeben, mit denen kommuniziert werden kann. Außerdem müssen Gruppenbeitritte von Eltern erlaubt werden. Und wenn Nachrichten Anfragen von Fremden kommen, die also noch nicht freigegeben wurden, können Eltern diese dann überprüfen und dann gegebenenfalls freigeben als Kontakt.
Ralf: Loggen sich die Eltern dann auf dem Gerät des Kindes ein, um all diese Dinge dann einzustellen?
Moritz: Da kann ich jetzt auch nur das sagen, was ich gelesen habe oder das, was ich dir zur Vorbereitung dieser Folge geschickt habe, weil wir das Ganze noch nicht ausprobieren können. So wie ich es verstanden habe, richtest du auf dem Gerät des Kindes ein Kinderkonto ein und auf dem Gerät der Eltern entsprechend ein Elternkonto. Und jetzt werden die beiden Accounts über eine PIN miteinander verbunden.
Ralf: Okay, dann verstehe ich jetzt auch das, was ich da gelesen habe, wo es heißt, dass die Chats weiterhin verschlüsselt sind und nicht von den Eltern gelesen werden können.
Moritz: Ja, aber was hat das jetzt damit zu tun, dass man da mit so-
Ralf: Na ja, wenn du dich als Eltern auf dem Gerät der Kinder einloggen müsstest, um die ganzen Änderungen vorzunehmen, wäre es ja auch ein Leichtes, mal eben schnell zu gucken, was da so geschrieben ist.
Moritz: Ach so! Ja.
Ralf: Wenn es aber so ist, das, wie du es gerade beschrieben hast, die Eltern das nur so machen können, wäre das Kontrollieren von Chats nicht ohne Weiteres möglich.
Moritz: Ja, was ich grundsätzlich auch gut finde.
Ralf: Na ja, aber ich meine, wenn man schon.
Moritz: Also ich glaube, das ist ganz wichtig ist diese technischen Möglichkeiten werden nicht das Gespräch ersetzen. Also es wird auch weiterhin so sein, dass Eltern regelmäßig mit dem Kind sprechen müssen, um zu erfahren, wie die Chats inhaltlich laufen, ohne das zu kontrollieren. Ich will das ganze Fass mit Kontrolle jetzt nicht noch mal aufmachen. Aber wenn jetzt beispielsweise ein Kind ein anderes Kind beleidigt, dann ist immer noch ein klärendes Gespräch notwendig wie immer. Was wahrscheinlich auch pädagogisch viel mehr bringt, als wenn man glaubt, dass man durch Kontrolle diese Dinge verhindern kann.
Ralf: Okay, dann ist es am Ende vielleicht wirklich besser.
Moritz: Wir haben da schon so oft darüber diskutiert. Ich kürze das hier mal ab.
Ralf: Du hast ja gerade aufgezählt, was Kinder alles können und so zusammengefasst, dass die Kinder chatten können und telefonieren. Kinder sollen wohl auch das Profilbild verändern können und den angezeigten Namen. Eltern können hier einschränken, wer Profilbild oder Name sehen kann. Und ich würde sagen, dass ich das insgesamt für einen sehr guten Schritt halte, weil WhatsApp im Prinzip der Realität sage ich mal gerecht wird, in der es eben nicht so ist, dass die Unter 13-jährigen kein WhatsApp nutzen, sondern in der Personengruppe der 10 bis 13-jährigen WhatsApp auch in vielen Fällen eine der wichtigsten Apps ist.
Moritz: Ja, und wenn du an unsere Workshops mit den Schulklassen denkst, eine der Apps, wo die Kinder jetzt nicht nur nutzen, sondern vielleicht auch die größten Schwierigkeiten im Alltag haben. Man sollte das Ganze jetzt nicht vielleicht dahingehend überschätzen, dass man jetzt davon ausgehen kann, dass es in Zukunft kein Mobbing in Klassenchats mehr gibt. Unter Umständen wird sich da gar nicht so viel ändern. Aber gerade der Wegfall der Kanäle und dass man weitgehend sicherstellen kann, dass die Kinder nicht über Gruppen hinaus mit fremden Menschen in Kontakt kommen können, macht es vielen Eltern doch wesentlich einfacher und nimmt da viele Sorgen. Oder, allein der Moment, dass bei jedem neuen Kontakt ein Gespräch notwendig ist, ob dieser Kontakt wirklich sinnvoll ist, finde ich eine tolle Sache.
Ralf: Ja, ich kann mir vorstellen, dass das Interesse von WhatsApp hier ist. Kinder möglichst früh an WhatsApp zu binden.
Moritz: Ja, das denke ich auch. Also die machen das aus Marketinggründen oder weil sie davon ausgehen, dass es sich langfristig lohnt, wenn die Kinder möglichst früh dann an WhatsApp gewöhnt werden.
Ralf: Vielleicht nicht Signal oder andere Messenger, die aber letztendlich auch nur dann konkurrenzfähig wären, wenn viele Kinder tatsächlich meinetwegen Signal nutzen würden.
Moritz: Ja, und im direkten Vergleich würde ich sogar sagen, dass eine entsprechend konfiguriertes Kinder Konto bei WhatsApp. Am Ende vielleicht sogar besser ist als die Nutzung von Signal. Weil bei Signal hast du weiterhin die Statusmeldungen, die dann zwar Story heißen und das mir mal etwas besser an WhatsApp gefällt als an Signal. Das will schon was heißen.
Ralf: Das stimmt. Wobei man darüber streiten kann, wie kritisch die Story oder bei WhatsApp die Statusmeldungen wirklich sind. Wenn Eltern wirklich sicherstellen, dass im Adressbuch nur Kontakte gespeichert sind von Menschen, die man vertrauen kann, dann ist es die Nutzung von Statusmeldungen. Wesentlich weniger riskant, würde ich sagen.
Moritz: Ja, aber wenn du jetzt als 10-jährige Person in deinem Smartphone die Telefonnummern von deiner ganzen Familie, also Großeltern usw gespeichert hast und logischerweise gleichzeitig die von deinen Freundinnen und Freunden so aus was weiß ich Sportverein Schule liest das, dann ist das schon eine Herausforderung beim Posten immer zu reflektieren, auf welcher Bühne man sich gerade befindet. Das heißt, es kann durchaus sein, dass ich als 10-jähriger Mensch der Meinung bin, dass es total lustig ist, wenn alle aus meiner Familie sehen können, was ich gerade mache. Was dann aber für Kontakte aus der Schule unter Umständen vielleicht sogar peinlich sein kann. Und andersrum. Und ich höre das zum Teil auch von Erwachsenen, wo ich dann auch den Eindruck habe, dass ihnen nicht so ganz klar ist, wer alles sehen kann, was sie gerade in ihrem Status posten. Auch wenn das insgesamt für sich genommen alles Leute sind, denen man vertraut.
Ralf: Ja doch. So gesehen hast du auf jeden Fall recht. Ich finde es schon gut, dass Kinder bei den ersten Schritten mit einem Messenger diese Bühne noch nicht betreten.
Moritz: Und vielleicht auch gar nicht brauchen. Es soll ja ein Messenger sein.
Ralf: Stimmt. Wann geht es los? Bzw. Wann können Kinder Konten in Deutschland genutzt werden?
Moritz: In Deutschland sind sie noch nicht verfügbar. Nach dem, was ich recherchieren konnte, ist damit zu rechnen, dass sie irgendwann im Jahr 2026 genutzt werden können.
Ralf: Soweit ich gelesen habe, ist es so, dass durch Datenschutz und Jugendschutz Regeln in der Europäischen Union sich der Staat auch ein wenig verzögern wird.
Moritz: Ja, so habe ich es zwar auch gelesen, ich würde es nur anders formulieren. Ich würde sagen, dass der Datenschutz und vermutlich auch die Jugendschutzregeln in der Europäischen Union nicht schuld daran sind, dass das dass der Staat jetzt noch nicht erfolgen kann. Ich denke, dass das ganze System noch nicht so ausgereift ist und erst mal in den Ländern, wo es weniger strenge Daten und Jugendschutz Vorgaben gibt, jetzt schon angewendet werden kann.
Ralf: Was aber im Prinzip ja auch das gleiche ist.
Moritz: Nein, ich finde es klingt immer so ein bisschen nach EU Bashing, wenn man so als Tech Konzern einfach so das nach außen kommuniziert und sagt wir können ein ganz wunderbares Produkt noch nicht verkaufen, weil die Regeln so streng sind. Ich finde die Regeln in der Europäischen Union, über die wir auch schon oft diskutiert haben, die es amerikanischen Unternehmen etwas schwieriger macht, hier schlecht gemachte Produkte zu vermarkten, eigentlich gut. Und ja, ich vermute manchmal, das ist vielleicht auch eine Unterstellung, dass auf diese Art und Weise bei den Menschen in Europa der Eindruck entstehen soll, dass Datenschutz dazu führt, dass wir ganz wunderbare Produkte erst später verwenden können als Länder außerhalb der Europäischen Union. Und ich glaube, das ist das Interesse der Konzerne. Aber wie gesagt, keine Ahnung.
Ralf: Ja. Wie auch immer, das Internet wird durch die Kinder ein kleines bisschen besser, weil die Realität schon jetzt ist, dass Kinder zwischen 10 und 13 Jahren WhatsApp nutzen. Und in diese Kategorie passt auch das, worüber ich als nächstes mit dir sprechen möchte. Denn Discord hat angekündigt, dass alle Accounts standardmäßig auf einen geschützten Account umgestellt werden. Wenn du also den uneingeschränkten Zugang nutzen möchtest, musst du aktiv dein Alter bestätigen.
Moritz: Und das ist. Weißt du, was ich mir überlegt habe?
Ralf: Äh, nein.
Moritz: Also ich glaube, dass die Diskussion über Social Media Verbote für Kinder und Jugendliche unter Umständen den unglaublich positiven Nebeneffekt hat, dass die Anbieter jetzt vielleicht aus Angst vor entsprechenden Verboten, die dann vielleicht auch wirklich umgesetzt werden, ihre Dienste vorsorglich familienfreundlicher gestalten.
Ralf: Ah, um so dann vielleicht die Verbote zu umgehen.
Moritz: Ja, oder dass sie vielleicht gar nicht erst eingeführt werden.
Ralf: Okay, verstehe.
Moritz: Also wenn die ganzen Konzerne es schaffen, durch entsprechende Jugendschutzmechanismen und einem entsprechend aufwändigen Marketing, dass möglichst viele Leute so mitbekommen, dann kann es sein, dass die Stimmung noch mal kippt und es keine Mehrheit der Menschen für ein entsprechendes Verbot mehr gibt, sondern dass man zum Ergebnis kommt, dass die einzelnen Plattformen gar nicht so kritisch sind, dass man die unbedingt verbieten muss.
Ralf: Was ja im Prinzip auch legitim ist.
Moritz: Ja, wenn sie dann wirklich auch entsprechend für Kinder sicherer sind und es nicht einfach nur danach aussieht. Aber ich finde es einen wichtigen Punkt an dieser Stelle, das auch mal mit zu bedenken.
Ralf: Ja, ein Punkt, der für deine Theorie spricht, ist, dass anders als WhatsApp Discord direkt von einem Social Media Verbot nach Vorbild in Australien zum Beispiel betroffen wäre.
Moritz: Ja,
Ralf: Also in Australien gehört Discord zu den Plattformen, die erst mit 16 Jahren genutzt werden dürfen. Zumindest ist es bei Discord anders als die Logik bei WhatsApp. Kinder Konten. Also beim Anlegen eines Accounts musst du quasi nicht erst einmal angeben, dass du ein Kind bist, sondern andersrum. Du musst nachweisen, dass du schon über 16 bist.
Moritz: Okay.
Ralf: Bei Discord ist es so, dass die Kommunikationsfunktionen entsprechend eingeschränkt werden. Direktnachrichten von unbekannten Personen landen in einem gesonderten Ordner und du bekommst Warnhinweise bei Freundschaftsanfragen von Fremden. Das wäre zumindest das knapp so, was diesen Teenie Account auszeichnet, der jetzt STANDARD ist, wenn du dich anmeldest.
Moritz: Wie funktioniert diese Altersverifikation?
Ralf: Naja, es ist mir nicht so richtig klar. Es gibt ein sogenanntes Age Influence Model, was quasi als eine KI im Hintergrund dein ganzes Nutzungsverhalten analysiert. Dabei sollen wohl private Nachrichten nicht analysiert werden, Aber dein Verhalten, also Aktivitätsmuster oder vielleicht auch einfach wie lange es dein Konto schon gibt und was du damit in den letzten Jahren so gemacht hast, soll wohl eine Einschätzung des Alters dann ermöglichen.
Moritz: Klingt interessant, aber ich bin erstmal ein bisschen skeptisch.
Ralf: Alternativ kannst du auch über die Kamera dein Alter über die Gesichtserkennung einschätzen lassen und dazu wäre dann ein kurzes Video erforderlich.
Moritz: Ja. Da haben wir auch in unserem Podcast schon darüber diskutiert, dass es sich irgendwie nicht so richtig gut anfühlt, so persönliche Daten also wie jetzt eine Gesichtserkennung an den Betreiber Discord zu übermitteln. Aber wenn ich es richtig verstanden habe, geht es ja auch nicht darum, dass Kinder beweisen müssen, dass sie Kinder sind. Sondern wenn du die Möglichkeiten komplett, also das alles gar nicht nutzen möchtest und die mit so nem Teen Account nicht gehen. Dann musst du die Gesichtserkennung ja auch nicht machen.
Ralf: Genau. Discord betont, dass die Videoaufnahmen auch nicht an Discord oder an irgendwelche Partner übertragen werden, sondern dass die Gesichtserkennung auf dem Computer bzw Smartphone dann erfolgt.
Moritz: Okay, also das finde ich aus Datenschutz Sicht total interessant.
Ralf: Insgesamt muss man natürlich sagen, dass man Discord hier einfach nur vertrauen kann. Ein Beweis für Datenschutz hat man jetzt hier nicht so offensichtlich. Und das Problem des Vertrauens, das hat man ja aber generell in Beziehungen zwischen Nutzerinnen und Nutzern und den Betreibern von Social Media Plattformen. Außerdem kannst du dich auch über einen Drittanbieter, über die Vorlage von einem Personalausweis oder ähnlicher Dokumente dann verifizieren.
Moritz: Mir wurde erzählt, dass Discord einen Teenager Rat gründen möchte. Hast du dazu auch etwas gelesen?
Ralf: Ja, spannend. Es soll generell ein Gremium geben, in dem Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren Einblick in ihre Nutzungserfahrungen geben sollen und so in Entscheidungsprozesse von Discord bei weiteren Änderungen des Produktes beteiligt werden sollen.
Moritz: Finde ich auf jeden Fall total spannend. Also zumindest wenn die Erkenntnisse aus diesem Gremium dann auch dazu führen, dass der Jugendschutz effizienter wird. Also finde ich auf jeden Fall ein total spannenden Weg.
Ralf: Und ich hatte auch hier in der Vorbereitung zu dieser Folge das Gefühl, dass wenn Discord das wirklich so umsetzt wie angekündigt, auch hier das Internet ein kleines bisschen besser wird.
Moritz: Das denke ich auch. Was ich an Social Media in den letzten Monaten oder vielleicht sogar Jahren am anspruchsvollsten finde oder fand, ist tatsächlich der Algorithmus von Tiktok YouTube Insta, der mich mit so spannenden Videos versorgt, dass ich mein Smartphone gar nicht mehr weglegen kann. Und hier hat. Ich kann das natürlich schon, aber. Keine Ahnung. Hier hat-
Ralf: Ich weiß, was du meinst.
Moritz: -YouTube jetzt etwas Interessantes eingeführt, was viele Eltern vielleicht noch nicht kennen. Und zwar die YouTube Shorts. Also das sind bei YouTube diese ganz kurzen Videoclips, die ähnlich wie bei TikTok von einem Algorithmus ausgewählt werden, was dann dazu führt, dass das Zeitmanagement komplett versagen kann oder es dann unter Umständen zu absurd langen Nutzungszeiten kommen kann.
Ralf: Ja okay.
Moritz: Und das ist einer der Punkte, mit denen unter anderem eben auch ein Verbot von Social Media für Kinder und Jugendliche begründet wird. Wenn der übermäßige Medienkonsum suchtähnliche Formen annehmen kann. Oder vielleicht auch ganz gezielt dazu, dass das passiert, programmiert wurde. Bisher war es möglich, beispielsweise mit Family Link oder über die Bildschirmzeit beim iPhone oder iPad die Nutzungszeiten der App generell zu begrenzen. Du konntest dann zum Beispiel einfach sagen, dass maximal 30 Minuten am Tag YouTube genutzt werden darf. Allerdings würde ich einen großen Unterschied machen, ob sich jemand von mir aus auch ein Kind bei den Recherchen zu irgendeinem Thema drei Videos anguckt, die dann jeweils zehn Minuten lang sind, um dann anschließend vielleicht zu wissen, wie man beim Fahrrad den Reifen flickt oder ob ich auf dem Bett liege und 30 Minuten YouTube Shorts gucke und was weiß ich. Nur meine Langeweile verwalte.
Ralf: Eine halbe Stunde YouTube kann aus Sicht der Eltern also sehr wertvoll sein. Oder halt auch komplette Zeitverschwendung.
Moritz: Ja, oder vielleicht auch in der eigenen Wahrnehmung. In den Einstellungen unter "Mein YouTube" findest du den Bereich Zeitmanagement und hier findest du als nächstes unter Tageslimits Limit für den Shorts Feed. Ich glaube, so ist es. Und hier ist jetzt die Möglichkeit, zwischen 15 Minuten und zwei Stunden einzustellen, wie viel Zeit du für deine Shorts einrichten möchtest.
Ralf: Okay, und wenn das Limit erreicht wurde.
Moritz: Dann wirst du darüber benachrichtigt, kannst aber sagen Limit für heute, ignorieren und weiter scrollen.
Ralf: Okay, ist es dann überhaupt sinnvoll?
Moritz: Es kann dir helfen zu reflektieren, dass schon wieder 15 Minuten vorbei sind. Also ich glaube, dass in vielen Fällen das auf jeden Fall schon der Hinweis hilfreich ist. Voraussetzung ist natürlich, dass du einen Leidensdruck hast und deine Zeit wirklich beschränken möchtest.
Ralf: Und das ist bei vielen Kindern wahrscheinlich nicht unbedingt so.
Moritz: Ja, genau. Und damit die. Das ist der eigentliche Punkt, weshalb das Internet ein bisschen besser geworden ist, damit Kinder diese Beschränkungen jetzt nicht wieder ausschalten können. Kannst du über Google Family Link, das du auch beim iPhone einrichten kannst, die YouTube App konfigurieren. Also wie immer schon. Und dabei kann das Zeitlimit dann festgesetzt werden und kannst auch auf null Minuten setzen, so dass die YouTube Shorts gar nicht funktionieren. Und konkret findest du das, wenn du YouTube ausgewählt hast unter Family Link, unter Zeitmanagement und dann genau so wie eben beschrieben Limits für den Shorts Feed. Man kann die Shorts nicht komplett verhindern. Wenn du jetzt zum Beispiel zu einem Suchbegriff irgendwas in der YouTube Suche suchst, dann tauchen die Shorts auch auf, können dann auch einzeln angeguckt werden, als wäre es ganz normales YouTube Video. Aber das unendliche Scrollen über die Shorts ist auf diese Art und Weise dann nicht mehr möglich.
Ralf: Also kommst du nicht in den Feed rein?
Moritz: Nein, genau.
Ralf: Und natürlich kann das ganze auch hier wieder umgangen werden, wenn du über den Browser YouTube nutzt, oder? Ja, ohne Account das Angebot nutzt oder unangemeldet. Besser gesagt.
Moritz: Ja. Also das ist das übliche Problem, über das wir auch schon oft hier gesprochen haben. Also technische Möglichkeiten lösen nie alle Probleme in diesem Bereich. Also vertrauensvolle Gespräche sind nach wie vor eigentlich unumgänglich.
Ralf: Aber auch hier ist das Internet ein kleines bisschen besser geworden.
Song: Es wird auch manches besser im Internet.
Moritz: Ich habe zu Anfang der Sendung angekündigt, dass ich noch über zwei Rückmeldungen sprechen möchte. Und zwar wurde ich angesprochen, dass es doch so einfach wäre, Kinder zu schützen, indem man Social Media verbietet und warum wir als Pädagogen immer alles so kompliziert machen müssen.
Ralf: Irgendwie nachvollziehbar.
Moritz: Ja, ich glaube, dass es vielleicht andersherum ist, dass viele Politikerinnen und Politiker, die jetzt ein pauschales Verbot fordern, dass die es sich einfach machen und vielleicht auf diese Weise auch vielen Eltern, Lehrkräften und anderen, die das genauso erleben wie wir, wie Kinder und Jugendliche unter den Algorithmen von Social Media leiden, die Hoffnung machen, dass ein solches Verbot einfach alle Probleme lösen kann. Zumal dann oft noch in den Raum gestellt wird, dass gleichzeitig Medienkompetenz gefördert werden soll.
Ralf: Da bin ich nach unserer Erfahrung in den letzten Jahren irgendwie nicht so richtig optimistisch, dass da wirklich-
Moritz: Genau das meine ich.
Ralf: -Geld in die Hand genommen wird, um entsprechende Fachkräfte zu schulen, die dann wirklich in den Schulen Medienkompetenz vermitteln können.
Moritz: Ja, oder dass die Lehrkräfte entsprechend qualifiziert werden oder dass man ihnen die entsprechende Unterrichtszeit zur Verfügung stellt. Medienkompetenz als Unterrichtsfach oder Medienkunde wird, weiß ich auch schon seit Jahrzehnten gefordert. Und ich befürchte, das bleibt bei den Forderungen. Mit dem Unterschied, dass Social Media entsprechend verboten ist, die Jugendlichen aber genauso schlecht vorbereitet sind, nur ein paar Jahre später loslegen. Und wenn jetzt ein solches Verbot eingeführt wird, ist meine Sorge, dass dann generell diese Diskussion unter den Tisch fällt. Aber das vielleicht nur dazu.
Ralf: Wobei wir doch schon auch am Anfang dieser Folge festgestellt haben, dass der Druck der aktuellen Diskussionen vielleicht auch dazu führt, dass Social Media Plattformen besser werden.
Moritz: Ja, und das finde ich total gut. Also ich finde, das ist ein ganz wichtiger Effekt. Ich möchte noch mal ganz deutlich sagen, dass wenn der Kinderschutzbund, das Kinderhilfswerk oder wir ein pauschales Verbot von Social Media für Kinder und Jugendliche nicht befürworten wollen, dann liegt es definitiv nicht daran, dass wir Kinder und Jugendliche nicht schützen wollen, sondern dass wir es aus unserer fachlichen Perspektive nicht so einfach machen können wie vielleicht Politikerinnen und Politiker im Wahlkampfmodus. Und auch die Expertinnen und Experten der Kommission der Bundesregierung, die bis zum Sommer eine Empfehlung erarbeiten soll. Was dann zu machen ist, scheint auch eher zu einer differenzierten Sichtweise zu kommen, als ein pauschales Verbot zu befürworten. Und auf die Ergebnisse bin ich sehr gespannt und würde das Thema gerne bis zu den Ergebnissen dieser Kommission auf sich beruhen lassen und hier im Podcast über andere Dinge sprechen.
Ralf: Ja, und da war ja auch noch eine zweite Rückmeldung.
Moritz: Ich lese vor: "Ich mag noch ein Argument ergänzen aus weiblicher Perspektive Gerade marginalisierte Gruppen wie auch Jugendliche profitieren enorm durch Social Media, denn in anderen Medien überwiegen immer noch Stimmen, die alt, weiß, männlich, gesund oder reich sind. Auf Social Media aber bekommen Menschen Reichweite, die anders sind. Allein der Erfolg von Tahsim Durgun wäre ohne TikTok nicht passiert. Oder denkt an MeToo oder andere Bewegungen. Dass fiele auch weg".
Ralf: Das entspricht, finde ich so ein bisschen der ganz alten Idee des Web 2.0. Von vor über 20 Jahren, als man in der Theorie angenommen hat, dass durch das Internet bei ja bei dem alle mitmachen können und seine Meinung hinterlassen können. Ein wirklich demokratisches Medium entsteht. Anders als bei klassischen Medien in den 90er Jahren, wo die Redaktion im Fernsehen oder auch Printmedien vorgegeben haben, was öffentlich wird und was nicht. Was dann bei Wikipedia oder MySpace oder später Facebook und Twitter allen Menschen möglich, ihre Meinung zu äußern und mitzudiskutieren.
Moritz: Ja, aber ich befürchte aber, dass dann hier auch wieder die angesprochene Personengruppe die Diskussion dominiert. Zumindest würde ich sagen, dass Facebook und Twitter nicht wirklich der demokratische Ort wurden, was man vielleicht mal zu Anfang angenommen hat. Dazu passen dann die Ergebnisse der Studie "Lauter Hass - leiser Rückzug", in der beschrieben wird, dass einige Personengruppen, die vielleicht eher konstruktiv diskutieren wollen oder Zwischentöne äußern und auch aushalten können, sich zum großen Teil von Social Media zurückziehen, weil die hassgeladene Stimmung oder der aggressive Diskussionsstil sie doch eher abstößt.
Ralf: Aber trotzdem würde ich sagen, dass es stimmt, dass ohne Social Media die MeToo Bewegung gar nicht möglich gewesen wäre.
Moritz: Nein, das eine schließt das andere ja nicht aus. Ich denke, gerade für jüngere Künstlerinnen und Künstler ist Social Media die Plattform, mit der erst einmal viele Menschen erreicht werden können. Und im Weiteren werden dann klassische Bühnen wie Livekonzerte oder Comedy, Veranstaltungen oder so vielleicht sogar im Fernsehen betreten. Der großartige Tahsim wurde von unserer Hörerin angesprochen und der hat damals während seines Studiums angefangen, Videos auf Tiktok zu veröffentlichen und hat es geschafft, durch einen humorvollen Blick auf Sprache, Migration und Politik ein erfolgreicher Bühnencomedian zu werden. Aber ohne Tiktok wäre das nicht gegangen. Sein Buch "Mama, bitte lern Deutsch" soll jetzt sogar als Kinofilm veröffentlicht werden. Und ich denke, dass er für ganz viele Jugendliche mit ähnlichen Erfahrungen, meinetwegen im Bereich Migrationsgeschichte, eine ganz große Identifikationsfigur ist, die man vielleicht so im direkten Umfeld ohne Social Media nicht gehabt hätte. Und ich bin jetzt nicht sicher, wie viele Jugendliche unter 16 sich wirklich mit ihm beschäftigen oder ob sein Publikum nicht eher älter ist. Aber vergleichbare Content Creator und Creatorinnen für Jugendliche gibt es auf jeden Fall.
Ralf: Ja, ich musste zum Beispiel an Zahide denken.
Moritz: Zum Beispiel ja.
Ralf: Die mit 14 Jahren durch Tanzvideos auf Tiktok bekannt wurde, nach und nach eigene Musik veröffentlicht hat und derzeit eine der erfolgreichsten deutschen Künstlerinnen ist und ebenfalls ein großes Vorbild für viele Kinder mit und ohne Migrationsgeschichte.
Moritz: Ja, das stimmt.
Ralf: Generell muss man natürlich sagen, dass das so kein neues Phänomen ist. Justin Bieber war auch erst 13, als seine ersten Videos auf YouTube erschienen sind und der Grundstein zu einer sehr erfolgreichen Karriere wurde.
Moritz: Das heißt, ein Social Media Verbot für Jugendliche hätte Justin Biebers Karriere verhindert.
Ralf: Das heißt, du bist dann doch für ein Social Media Verbot für unter 16-jährige?
Moritz: Meine ganz persönliche Meinung über Justin Bieber und seine Musik spielt in diesem Podcast keine Rolle.
Ralf: Nein, aber was ich ganz spannend finde ist, dass die ersten Videos nicht von Justin Bieber selbst auf YouTube hochgeladen wurden, sondern von seiner Mutter. Sie hat ihn damals zumindest habe ich das irgendwo gelesen, auch maßgeblich ihn dabei unterstützt und wohl auch auf Kommentare bei YouTube reagiert.
Moritz: Ja, ich meine auch, dass es bei Zahide ihre Eltern sind, die sie bei den ersten Online Schritten entsprechend begleitet haben. Ich glaube, dass das ein ganz wichtiger Punkt ist, auch hier im Podcast noch mal zu betonen, dass das Internet vermutlich ein sehr grausamer Ort ist oder sein kann, wo Kinder und Jugendliche ohne entsprechendes Talent schneller unter den Hasskommentaren leiden, als dass sie motiviert sind, sich weiter künstlerisch zu entwickeln und das Bedienen können von Social Media. Also wie lade ich ein Video hoch? Und so reicht in vielen Fällen absolut nicht aus, um erfolgreich zu werden, wie jetzt meinetwegen Justin Bieber oder Zahide. Und vermutlich gibt es eine ganze Menge Biografien von Kindern, die von ihren Eltern vielleicht auch überschätzt wurden und die dann durch die brutalen Reaktionen auf YouTube oder vermutlich heute Tiktok schwer seelisch verletzt wurden und nicht die Karriere machen konnten, wie meinetwegen Zahide.
Ralf: Ja. Die Quote von Kindern, die Tanzvideos auf Tiktok veröffentlichen und die am Ende wirklich erfolgreich sind. Die ist vermutlich sehr niedrig.
Moritz: Ja. Aber das wird wie bei Kindern sein, die Fußball spielen. Und wie viele von denen spielen dann am Ende wirklich in der Bundesliga? Und trotzdem motivieren wir Kinder, Fußball zu spielen.
Ralf: Ich denke, der Unterschied ist, dass du als Kind, dass in der D-Jugend Fußball spielt, noch nicht vor Millionenpublikum spielst und deshalb auch nicht so angreifbar durch brutale Kommentare oder Hasskampagnen bist.
Moritz: Ja, klar, das denke ich auch. Es ist eine ganz andere Bühne. Und ich glaube auch mit Talent musst du einiges aushalten. Ich bin mir sicher, dass Zahide da auch heute noch einiges aushalten muss von Menschen, die sie aus welchen Gründen auch immer da angreifen. Und ich glaube, dass ich mir einfach wünsche, dass wir einfach rücksichtsvoller wären und uns da nicht so dran ergötzen. Wenn Menschen sich vielleicht in ihrem Talent überschätzen und aus unserer Sicht peinliche Videos ins Netz stellen. Vielleicht wird es eines Tages so sein, dass sich die zukünftigen Erwachsenen daran erinnern, wie das war, als man selber Kind war und dachte, dass man so mega talentiert ist und dann doch eher schlechte Videos ins Netz gestellt hat. So wie man heute auf dem Sportplatz auch keine talentlosen Kinder in der D-Jugend auslacht. So sollte das vielleicht auch auf Social Media sein.
Ralf: Ich befürchte nur, dass das bis dahin noch ein langer Weg ist.
Moritz: Ja, und bis dahin werden Eltern weiterhin die wichtigste Instanz sein, die ihre Kinder begleiten kann und immer den Spagat hinbekommen muss zwischen Talent fördern und Kind schützen vor Hass und Spott auf Social Media.
Ralf: Moritz Wir müssen zum Schluss kommen.
Moritz: Oh, ich habe gar nicht gesehen, wie spät es ist.
Ralf: Als Folge würde ich vorschlagen, dass wir Family "Link und Bildschirmzeit im Familienalltag" vom 17. November 2025 nehmen. Ich finde, das passt zum einen zu unserer Überlegung, wo das Internet vielleicht in Zukunft besser wird, was im Moment aber noch von Eltern selbst technisch übernommen werden muss. Und außerdem passt es auch zu unseren Überlegungen jetzt ganz am Schluss, dass Eltern die Instanz sind, die Kinder begleiten, einschränken oder auch unterstützen kann.
Moritz: Das hast du schön gesagt.
Ralf: Ja, danke. Wir bedanken uns bei allen fürs Zuhören und freuen uns wie immer über Rückmeldung über Spotify, unsere Social Media Kanäle, die unter www.smiley-ev.de zu finden sind. Oder über Mail an podcast@smiley-ev.de.
Moritz: Der nächste Medienerziehung-Montag ist ein ganz besonderer Montag. Es wird der Medienerziehung Ostermontag sein.
Ralf: Das stimmt. Bis dahin. Tschüss.
Moritz: Tschüss.
Ralf: Was mir jetzt noch mal durch den Kopf geht, wenn. Wenn diese ganze Verbotsdiskussion jetzt tatsächlich dazu führt, dass Anbieter von sich aus anfangen, Dinge zu verändern, besser zu machen, dann ist es doch irgendwie eine sehr sinnvolle Sache.
Moritz: Haben wir noch nie so besprochen. Und das machen die nicht, weil die toll sind oder sich für Kinder einsetzen wollen-
Ralf: Nein, natürlich nicht.
Moritz: Die wollen einfach. Für die ist das. Die wollen Umsatz machen.
Ralf: Aber das Ergebnis zählt.
Moritz: Und wenn jetzt, wenn man jetzt mit dem Schutz von Kindern und Jugendlichen Geld verdienen kann.
Ralf: Das ist doch gut.
Moritz: Sollen die das machen. Ciao.
Ralf: Ciao!