Transkript:
Moritz: Manche Lehrkräfte hoffen, dass die Schülerinnen und Schüler nicht mit den Methoden von 2025 Aufgabenstellungen von 1990 bearbeiten.
Ralf: Es ist wieder Medienerziehungs-Montag und Zeit für den Podcast. "Was mit Medienerziehung" mit einer neuen Folge. Mein Name ist Ralf Willius und mir gegenüber sitzt mein Kollege Moritz Becker.
Moritz: Hallo!
Ralf: Der Podcast ist ein Angebot von Smiley e.V.. Alle 14 Tage berichten wir aus unserer Arbeit mit Schulklassen, Eltern und Fachkräften zum Thema Medienerziehung. Und heute ist der 1. Dezember 2025.
Moritz: Mein lieber Ralf, das war ein schlanker Einstieg. Das ist schon mal gut.
Ralf: Ja, danke.
Moritz: Denn ich habe einiges, was wir besprechen müssen. Zum einen ist da die JIM-Studie, die das Mediennutzungsverhalten der 12 bis 19-jährigen beschreibt. Dann plant Roblox eine Änderung bei der Altersverifizierung. Bei Signal gibt es die Möglichkeit, Abstimmungen durchzuführen und ich durfte Gast bei JUCast sein.
Ralf: Okay, auf die JIM-Studie habe ich mich auch vorbereitet. Ich möchte noch über eine Datenleck bei WhatsApp sprechen.
Moritz: Okay.
Ralf: Da auf Weihnachten zugeht, brauchen wir natürlich wieder Tipps für digitale Geschenke. Und dazu haben wir von Linda Scholz vom Spielratgeber NRW eine Empfehlungsliste bekommen. Darum geht es dann ausführlicher. Nachdem wir über die Studie gesprochen haben. Was haben wir noch an Rückmeldungen zur letzten Folge, Moritz?
Moritz: Tatsächlich nichts, was ich hier direkt so vorlesen kann.
Ralf: Dann steigen wir doch ins Thema ein. Die JIM-Studie jedes Jahr erscheint vom Medienpädagogischen Forschungsverband Südwest. Die JIM-Studie.
Moritz: Die interessanterweise nichts mit Fitness zu tun hat.
Ralf: Warum sollte die was mit Fitness zu tun haben?
Moritz: Ich habe neulich in einer Fortbildung über die JIM-Studie gesprochen und ein Teilnehmer dachte, dass es darum geht, was man so im Gym macht. Also bei welcher Übung verbrennst du jetzt die meisten Kalorien oder wie siehst du auf dem Stepper so attraktiv aus, dass du auf jeden Fall nicht als Single nach Hause gehst? Das wäre auch eine interessante Studie.
Ralf: Darum geht es bei der JIM-Studie nicht. Jim steht für J, I, M. Und das wiederum steht hier für Jugend, Information und Medien.
Moritz: Mein Tipp an dieser Stelle aber trotzdem noch ganz kurz fürs Gym. Wer beim Training auf dem Stepper den Podcast was mit Medienerziehung hört, wird nicht nur körperlich fit, sondern auch geistig. Aber die Studie, die das belegt, ist noch in Arbeit.
Ralf: Okay, darf ich weitermachen?
Moritz: Ja.
Ralf: Die Studie, über die ich sprechen möchte. Also die JIM-Studie vom Medienpädagogischen Forschungsverband Südwest erscheint jedes Jahr. Sagte ich schon. Das macht sie in unserer Arbeit insofern interessant, um Veränderungen in der Art und Weise der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen festzustellen. Und gleichzeitig ist sie aber auch so etwas wie das Standardwerk, was das Nutzungsverhalten der 12 bis 19-jährigen in Deutschland repräsentativ tatsächlich abbildet. Dabei werden natürlich generelle Trends abgebildet. Aktuell muss man sagen, dass KI auch hier einen großen Stellenwert einnimmt.
Moritz: Wenig überraschend eigentlich.
Ralf: Ne tatsächlich. 74 % der 12 bis 19-jährigen nutzen KI Anwendungen für Hausaufgaben oder zum Lernen. 2024 waren das nur 65 %. Und außerdem nutzen Jugendliche KI natürlich für Recherchen.
Moritz: Was mir aufgefallen ist, dass die bewusste Nutzung von KI Vermutlich fast gleichzusetzen ist mit der Nutzung von ChatGPT. Also Gemini von Google oder Meta AI sind wirklich in den Abfragen abgeschlagen auf Platz zwei und drei. 84 % der Befragten haben angegeben, ChatGPT mindestens einmal benutzt zu haben. Und bei Gemini sind es nur 33 % und bei Meta AI tatsächlich nur 31..
Ralf: Okay, das ist deutlich, aber ich glaube, das ist bei Erwachsenen nicht großartig anders, oder?
Moritz: Das denke ich auch. Ich wollte aber eigentlich was ganz anderes hinaus, und zwar auf den Abschnitt der Studie, in dem es um Recherche geht. Und hier wurden die zwölf bis 19-jährigen gefragt, welche Recherche Tools sie verwenden. Und da ist Google und andere Suchmaschinen auf Platz eins. Was jetzt erst mal wenig überraschend ist. Auf Platz zwei wird jetzt aber ChatGPT genannt und erst dahinter folgen dann YouTube, bestimmte Websites oder verschiedene Social Media Plattformen oder Wikipedia. Und ich gehe davon aus, dass ChatGBT bei manchen Kindern so die Funktion einer Suchmaschine übernommen hat. Dabei ist mir aufgefallen, dass schon seit einigen Jahren viele Menschen mit der Googlesuche schon so gearbeitet haben, als wäre sie ein Sprachmodell, also textbasiert.
Ralf: Ja, also du meinst, dass man nicht nach bestimmten Suchbegriffen sucht, sondern eine ganz konkrete Frage eingibt oder so?
Moritz: Ja, genau deshalb glaube ich das ChatGPT da so. Diesem Suchverhalten ziemlich genau entspricht und glaube ich auch ganz anders verwendet wird, als ich das jetzt in meinem Alltag mache. Also ich verwende ChatGPT oder andere KI Tools oft, um mir jetzt tatsächlich Texte verfassen zu lassen oder meinetwegen sehr lange Texte zusammenfassen zu lassen oder Grafiken zu generieren. Oft würde ich sagen, nutze ich solche Tools auch, um mir mal so einen groben Überblick. Das ist jetzt auch so eine Form von Recherche, natürlich so zu verschaffen über eine ganz bestimmte Thematik und merke dann aber oft, dass so die zum Beispiel angegebenen Quellen von ChatGPT gar nicht stimmen oder einfach so ins Leere laufen.
Ralf: Ja, aber 57 % der Befragten in der Studie halten die von KI gelieferten Informationen für vertrauenswürdig.
Moritz: Genau das halte ich aus verschiedenen Gründen für problematisch. Also eine gut gepflegte Suchmaschine. Und wenn ich jetzt im folgenden Google sage, dann meine ich Google nur stellvertretend für andere gut gepflegte Suchmaschienen. Also eine gut gepflegte Suchmaschiene indiziert permanent aktuelle Internetseiten und das heißt du hast eine riesengroße Datenbank mit allen möglichen Seiten, die es gibt, die zu bestimmten Schlagworten dann passen. Und wenn du jetzt nach diesem Schlagwort suchst, werden dir dann die Seiten angeboten, in denen diese Schlagworte dann irgendwie auftauchen. Und da ist natürlich immer oder fast immer mehrere Treffer zu einem Schlagwort gibt, muss dann irgendein Algorithmus dafür sorgen, dass die Treffer dann schon so angezeigt werden, dass du möglichst schnell das findest, was sie dann auch weiterhilft. Und ChatGBT kann jetzt natürlich für dich auch googeln, also stellvertretend für dich etwas aus dem Internet heraussuchen. Aber ChatGPT hat natürlich auch eine eigene Datenbank, die dann sich aber auf dem Stand befindet, mit dem sie trainiert wurde. Und das ist jetzt nicht unbedingt aktuell. Dazu kommt das Problem, dass KI Modelle wie ChatGPT halluzinieren können.
Ralf: Halluzinieren?
Moritz: Und das passiert jetzt mal so ganz vereinfacht formuliert Wenn sich keine konkrete Antwort sofort finden lässt, dann wird anhand von Wahrscheinlichkeiten ermittelt, was vermutlich richtig ist. Und da aber dann diese unter Umständen völlig unwahrheitsgetreue Halluzination so gut formuliert wird, merkst du als recherchierende Person nicht unbedingt, dass das, was gerade wirklich sehr, sehr plausibel klingt, komplett erfunden ist.
Ralf: Das wird wahrscheinlich dann häufig passieren, wenn der Prompt, also das, was ich eingebe, schlecht formuliert ist.
Moritz: Ja, und bei einer klassischen Suchmaschine merkst du das mit entsprechender Erfahrung. Also wenn die Treffer jetzt alle in eine völlig falsche Richtung gehen.
Ralf: Dann korrigiere ich halt.
Moritz: Genau, dann musst du mit anderen Begriffen nochmal neu ansetzen. Und das ist in der Praxis bei ChatGPT dann einfach nicht so offensichtlich. Dann.
Ralf: Na klar. Also das stimmt. Bei schlechten Suchbegriffen stellst du fest, dass die Suchmaschine damit nichts anfangen kann. Chatgpt ist immer sehr höflich und fragt zwar auch mal nach, aber ich überlege gerade so ein ich weiß es nicht kommt da glaube ich nicht oder.
Moritz: Ne, habe ich jetzt so deutlich noch nicht erlebt. Vielleicht mal ein Beispiel. Ein Freund von mir hat neulich für ein ganz bestimmtes Notebook herausfinden wollen, ob es Möglichkeiten gibt, Windows elf auf diesem Gerät zu installieren. Und dazu hat er dann anhand von irgendwelchen Seriennummern bei ChatGPT sehr schnell die Antwort bekommen, dass das geht. Im Ergebnis stimmte das aber nicht, weil genau dieses Gerät in dieser bestimmten Konfiguration so selten ist, dass es zu dem Zeitpunkt nicht zu den unterstützten Geräten gehörte. Aber aufgrund von Wahrscheinlichkeiten hat die GPT angenommen, dass das möglich sein muss. Und eine Recherche bei Google hat dann relativ schnell deutlich gemacht, dass es da zu sehr kontroverse Diskussionen bei Reddit oder in anderen Foren gab, die dann am Ende immer zum Ergebnis kamen, dass es eigentlich sein müsste, aber leider mit diesem Gerät eben einfach nicht geht, entgegen aller Wahrscheinlichkeiten.
Ralf: Das bedeutet, dass es wichtig ist, mit Kindern und Jugendlichen zu klären, wann man besser mit ChatGPT arbeitet und welche Sachen man dann mit einer klassischen Suchmaschine effizienter Ergebnisse finden wird.
Moritz: Und ich glaube, dass ChatGPT jetzt wirklich richtig, richtig gut ist, wenn man sich komplexe Sachverhalte erklären lassen will und man immer wieder nachfragt oder sagt Bitte noch mal die oder die Sache genauer Erklären oder detaillierter darstellen. Und ich glaube, dass es durchaus sinnvoll ist. ChatGPT zur Lernunterstützung entsprechend zu nutzen, aber nicht im Sinne einer Suchmaschine. Und das ist jetzt der zweite Punkt, über den ich mir Gedanken gemacht habe.
Ralf: Der da wäre.
Moritz: In der Studie heißt es. Ich weiß, ich habe mir die Seite jetzt nicht notiert, dass Jugendliche KI zum Lernen verwenden. Und das suggeriert, dass Schülerinnen und Schüler beispielsweise ChatGPT nutzen, um Wissen zu erwerben. Ich habe aber oft den Eindruck, dass ein Teil der jugendlichen KI Tools wie ChatGPT vor allen Dingen nutzt, um Hausaufgaben ich sag mal mit möglichst wenig Aufwand schnell zu erledigen. Also hier steht nicht das Lernen im Vordergrund, sondern dass die Hausaufgaben schnell fertig sind.
Ralf: Ja, und es ist egal, ob man was dabei lernt. Hauptsache abgeben.
Moritz: Hauptsache fertig. Genau. Und das heißt was man dann machen muss oder können muss ist, dass man ChatGPT nicht sagt. Bitte schreib einen Aufsatz über einen Zoobesuch, sondern bitte schreibt einen Aufsatz über einen Zoobesuch, so wie ein Sechstklässler ihn mit einer vier in Deutsch schreiben würde. Und wenn du es gut machst, dann hast du auch so viele Grammatik und Rechtschreibfehler, dass du das einfach so direkt abgeben kannst und die Hausaufgaben sind erledigt.
Ralf: Ja gut, aber dann hast du ja auch was gelernt und zwar wie du schnell zu so einem Ergebnis kommst.
Moritz: Das ist auch wichtig.
Ralf: Ja, und wenn ich ehrlich bin, lasse ich mir auch irgendwelche Projektbeschreibung mit KI Unterstützung generieren, wenn die-
Moritz: Aber ich hoffe ohne den Zusatz, dass da möglichst viele Rechtschreibfehler drin sind, dass man glaubt es von dir ist.
Ralf: Da sage ich jetzt mal besser nichts zu.
Moritz: Lassen wir das mal so stehen. Grundsätzlich hast du recht. So wie du es eben gesagt hast. Die Kinder lernen auf diese Weise mit möglichst wenig Aufwand ein Ergebnis abzuliefern. Und das ist im Grunde genommen auch eine Kompetenz, die du heute brauchst, oder? Wer die nicht hat, ist im Nachteil. Wenn du jetzt alles schreibst, was man viel schneller hätte machen können, warum sollst du das machen? Aber das war nicht das Lernziel. Unter Umständen der Hausaufgaben. Und mein Eindruck ist, dass für viele Schülerinnen und Schüler ChatGPT eher so etwas ist wie ein Spickzettel, den man eigentlich nicht benutzen sollte, von dem man aber weiß, dass er hilfreich ist. Also ein Beispiel, das mir eine Lehrerin erzählt hat, der Auftrag an einen Schüler war, dass er ich meine zum Aufbessern seiner mündlichen Note oder so einen Vortrag über Natrium halten sollte. Und dazu gab es im Chemiebuch wohl zwei oder drei Seiten, die die Lehrerin dann dem Schüler zur Vorbereitung empfohlen hat. Der Schüler hat dann den Vortrag gehalten und dafür eine sehr gute Note. Ich meine eine, zwei oder vielleicht sogar eine Eins bekommen. Und nach der Stunde kam der Schüler dann wohl zu der Lehrerin, fragte sie, ob die Note noch verändert werden könnte. Und die Lehrerin war ganz überrascht und sagte Nein, Toller Vortrag und die Note steht definitiv fest. Und er hat dann gelacht und grinsend erzählt, dass er das Chemiebuch gar nicht benutzt hätte, sondern den ganzen Vortrag mit eben ChatGPT vorbereitet hätte.
Ralf: Ich kann mir das richtig vorstellen Er hat sich wie so ein kleiner Betrüger gefühlt.
Moritz: Und die Lehrerin hat daraufhin aber gesagt, dass er im Prinzip alles richtig gemacht hätte und die für ihn richtigen Medien zur Vorbereitung auf die richtige Art und Weise genutzt hätte. Und sie hat ihm noch mal deutlich gemacht, dass er es geschafft hat, einen fehlerfreien und rhetorisch guten Vortrag zu halten. Und das war das Ziel. Und wenn das Ergebnis gut ist, war der Weg dahin im Endeffekt dann auch gut.
Ralf: Ja klar. Und hätte er unbemerkt irgendwelche Halluzinationen von ChatGPT weitergegeben, während der Vortrag dementsprechend halt nicht gut gewesen.
Moritz: Genau das ist aber nicht passiert. Genau. Von daher alles richtig gemacht. Und trotzdem plagten diesen engagierten Schüler Gewissensbisse. Und das finde ich sehr spannend, dass der Einsatz von ChatGPT bei manchen Schülerinnen und Schülern vielleicht dazu führt, dass die Lehrkräfte nicht mehr feststellen können, dass sie durch geschicktes Reproduzieren von ChatGPT-Texten eigentlich das Lernziel nicht erreicht haben. Während es andere Schülerinnen und Schüler gibt, die durch einen geschickten Einsatz von KI wirklich besser lernen können, als wenn sie jetzt nur auf die klassischen Lernmaterialien zurückgegriffen hätten.
Ralf: Hmmm.
Moritz: Also zwei Extreme.
Ralf: Ich überlege jetzt gerade, dass beide Gruppen müssen ja dann angemessen unterstützt werden und das erfordert, glaube ich-
Moritz: Wäre jetzt meinen Anspruch.
Ralf: Aber das erfordert ja zwei völlig unterschiedliche Ansätze bei denen die nutzen und um einfach nur Ergebnisse abzugreifen, sage ich mal Hauptsache, es sieht gut aus. Da müssen wir nicht über Medienkompetenz reden, sondern eher da überlegen, wie wir diese Schülerinnen und Schüler so motivieren können, wirklich lernen zu wollen.
Moritz: Und da reden wir über Motivation. Ja, das hat wahrscheinlich wirklich wenig mit Medienkompetenz zu tun. Und ich denke aber, dass grundsätzlich das gilt im Prinzip für beide Gruppen, dass die Aufgabenstellung in der Schule den neuen Gegebenheiten mit KI angepasst werden müssen. Und da sind einige Lehrkräfte schon ziemlich weit. Und manche Lehrkräfte hoffen, dass die Schülerinnen und Schüler nicht mit den Methoden von 2025 Aufgabenstellungen von 1990 bearbeiten. Nicht ganz einfach, wird uns wahrscheinlich in den nächsten Jahren immer wieder begegnen. Dieses Thema.
Ralf: Ja, ChatGPT ist so gesehen also idealerweise ein Assistent, der verschiedene Aufgaben übernehmen kann, aber halt keine Suchmaschine. Und ich glaube, dass Chatgpt für einige Jugendliche noch was ganz anderes ist, nämlich ich sage mal so eine Art Freund oder Freundin.
Moritz: Oder eher ein Ersatz für einen Freund oder Freundin.
Ralf: So richtig deutlich hat das jetzt in einem Workshop von mir noch keine Schülerinnen und Schüler gesagt. Aber an verschiedenen Stellen habe ich gelesen, dass es manchen Menschen leichter fällt, sich einem Chatbot anzuvertrauen als einer echten Person.
Moritz: Ja, wobei, so zwischen den Zeilen klingt es dann doch auch an. Und ich find es jetzt pauschal auch nicht schlecht, sich auch mit persönlichen Anliegen an künstliche Inteligenz zu wenden. ChatGPT ist hier jetzt nicht so richtig kindgerecht, aber pauschal falsch find ich es nicht.
Ralf: Aber ich glaube, dass da das Anliegen der Jugendlichen manchmal viel mehr Langeweile ist und dass sie deswegen mit dem Chatbot chatten. So aus Langeweile. Und da ist eine Sorge, von der ich häufig höre und die ich auch teile die Sorge, dass dann irgendwann diese Grenze verschwimmen zwischen KI und Mensch. Gerade wenn Kinder und Jugendliche auf einmal feststellen, dass sie ja dass es ihnen viel leichter fällt, mit einer KI zu reden.
Moritz: Als mit einem echten Menschen?
Ralf: Genau. Die zuhört, höflich ist und man nach und nach dann so sehr vertraut wird, weil sie besser zuhört als die Person im Alltag und du dann irgendwie das Gefühl hast, dich da viel aufgehobener zu fühlen.
Moritz: Ja. Aber das eigentliche Ansinnen oder der eigentliche Grund, sich an die KI zu wenden, war Langeweile. Und durch die Langeweile komme ich dann irgendwie diesem Chatbot näher.
Ralf: Diese Vertrautheit baut sich auf.
Moritz: Das heißt, ich wollte gar nicht unbedingt ein Problem.
Ralf: Nö. Aber wenn ich dann in einer Krise bin, dann wende ich mich ja vielleicht auch an die vertraute KI, weil ich mich schon dran gewöhnt habe.
Moritz: Weil du sie schon kennst. Ja, aber ich würde das gar nicht unbedingt so negativ sehen. Also so eine KI kann wirklich helfen, mal komplizierte Gedanken zu sortieren oder vielleicht auch Strategien zu entwickeln, wie ich mit gewissen Problemlagen umgehen kann.
Ralf: Ja, aber Moritz, das kann bei Menschen in Krisen, glaube ich, ganz schön schiefgehen. Ich meine, darüber haben wir auch schon im Podcast gesprochen.
Moritz: Ja, vor allem wenn dann so Halozinationen kommen. Das kann ja auch passieren. Und wenn du das jetzt mit wenig Erfahrung oder als Kind oder Jugendlicher nicht entdeckst. Keine Frage, das ist nicht immer positiv. Mir geht es nur darum, ich möchte das nicht so. Das ist nicht pauschal schlecht, wenn Menschen sich in einer Krise oder Not oder von mir aus auch Einsamkeit an einen Chatbot wenden können. Anspruchsvoll ist es. Ich denke, da hast du recht. Für Menschen in einer Krise zu reflektieren, wann jetzt die KI vermenschlicht wird. Menschen, die sehr einsam sind, sind da. Da gebe ich dir recht. Wahrscheinlich besonders gefährdet, weil sie sich vielleicht tatsächlich seit langem meinetwegen nach einem geduldigen Zuhörer und Zuhörerinnen sehnen und das dann in einer KI finden.
Ralf: Ja, und da wäre mir ganz wichtig, noch mal ganz deutlich zu betonen, dass ChatGPT genauso wie es keine Suchmaschine, auch kein echter Freund und keine echte Freundin ist.
Moritz: Vielleicht sind aber die Übergänge manchmal sehr fließend. Also jetzt meinetwegen Chatgpt als Assistent. Also nicht als Suchmaschine, sondern als Assistent zu benutzen bedeutet, dass du dir eine Anleitung schreiben lässt, wie man irgendwas ganz Bestimmtes bastelt oder so und dann versucht ein Kind oder ein Jugendlicher dieser Anleitung zu folgen und fragt dann an den entsprechenden Stellen nach, wenn etwas nicht so ganz funktioniert hat und stellt dann fest, dass ChatGPT viel geduldiger ist als jetzt meinetwegen Lehrkräfte oder wen man sonst so fragt. Am Ende geht es immer darum. Chatgpt dann nicht zu überschätzen, also zu begreifen. Es ist immer noch einfach nur KI.
Ralf: Ja.
Moritz: Und das zweite, was mir dazu einfällt und auch das glaube ich, ist dann fließender Übergang. Ist halt, wo du gerade sagst, ChatGPT aus Langeweile nutzen. Es gibt sehr viele und ich finde auch sehr schöne Möglichkeiten, sich mit ChatGPT in seiner Freizeit zu beschäftigen. Also jetzt gar nicht meinetwegen, um Langeweile zu kompensieren, aber vielleicht auch. ChatGPT kann meinetwegen so was wie so eine Art Rätselgenerator sein. Oder man könnte so eine Art Quiz mit ChatGPT spielen, bei denen sich dann ChatGPT Fragen ausdenkt. Meinetwegen jetzt aus der Tierwelt oder so und mehrere Kinder müssen dann die richtigen Antworten raten und der Chatbot ist dann so ein Quizmaster. Oder ChatGPT kann Aufgaben stellen wie meinetwegen Finde einen blauen Gegenstand im Zimmer und auf die Weise kann aus dem ja sagen wir mal aus diesem ChatGPT auf einmal wirklich so etwas wie ein Gesellschaftsspiel werden.
Ralf: Klar, ChatGPT kann ein toller Quizmaster sein, aber halt trotzdem nicht dein Freund.
Moritz: Ja genau. Es geht darum ChatGPT oder den Chatbot generell nicht zu vermenschlichen. Und ChatGPT ist da an vielen Stellen nicht wirklich kindgerecht.
Ralf: Ja, genau darum geht es. Nicht zu vermenschlichen. Ich versuche mal so ein bisschen zusammenzufassen, was wir jetzt hier so rausgearbeitet haben. Zum einen ChatGPTist keine Suchmaschine und recherchieren ist trotzdem aufwendig. Auch mit ChatGPT. Sonst kommt es ja zu falschen Annahmen und ChatGPT oder vergleichbare Tools. Generell nicht zu verwenden ist auch nicht wirklich hilfreich, weil es wichtige zeitgemäße Assistenten sind, die wir heute nutzen.
Moritz: Wenn du es nicht machst, bist du im Nachteil.
Ralf: Und Chatbots zu vermenschlichen führt ja eventuell zu noch mehr Einsamkeit, die die Betroffenen zwar nicht spüren. Aber mir ist wichtig, dass ChatGPT keinen echten menschlichen Kontakt ersetzen kann.
Moritz: Ja, ersetzen nicht, aber ergänzen schon und ChatGPT ist kein Therapeut und keine Therapeutin. Und manchmal nehmen vielleicht auch gerade Kinder und Jugendliche das doch irgendwie an, weil die Antworten hilfreich sind und ich glaube, dass ChatGPT selber auch nicht den Anspruch hat für 12-jährige angemessene Ergebnisse zu liefern und wenn sich dann irgendwelche Mechanismen verselbstständigen und es kommt nur noch Schwachsinn raus, ist das bei Kindern natürlich nochmal viel viel problematischer als bei Erwachsenen.
Ralf: Ansonsten muss ich sagen, dass ich die JIM-Prinzip wenig überraschend finde. Kinder und Jugendliche nutzen Social Media und Smartphones sehr intensiv. Ich denke aber, dass die Rolle von künstlicher Intelligenz der interessanteste Schwerpunkt in der Studie ist.
Moritz: Denke ich auch. Kommen wir jetzt zu den Empfehlungen, was Eltern Kindern zu Weihnachten schenken können. Oder wolltest du noch was zu ChatGPT sagen?
Ralf: Ich glaube, das ist alles gesagt.
Moritz: Oder Man könnte noch ganz viel sagen, aber nicht jetzt.
Ralf: Genau.
Moritz: Genau. Wir hatten. Im letzten Jahr haben wir zusammen mit Linda Scholz vom Spieleratgeber NRW eine Folge dieses Podcasts aufgenommen, in der Linda dann verschiedene digitale Spiele vorgeschlagen hat, die als Geschenk sehr geeignet sind. Und das würde ich gerne dieses Jahr wieder machen. Aber leider kann sie aus organisatorischen Gründen jetzt nicht bei uns sein. Aber sie war so lieb, uns eine umfangreiche Liste mit Tipps zur Verfügung zu stellen. Und die hast du hoffentlich.
Ralf: Die habe ich und in den Shownotes werden wir davon einiges auch verlinken. Oder alles. Der Spieleratgeber NRW testet in Gruppen mit Kindern unterschiedliche Spiele, um dann pädagogische Empfehlungen zu veröffentlichen, mit den Eltern dann herausfinden können, was für das eigene Kind passend wäre. In den Spielgruppen, so schreibt uns Linda, ist Mario Kart World sehr beliebt. Der Spieleratgeber NRW hält das Spiel spielbar für Kinder ab sechs Jahren. Die strecken und freischaltbaren Kostüme sind hier wohl ein echtes Highlight.
Moritz: Schreibt Linda.
Ralf: Schreibt Linda. Genau. Auch Donkey Kong Bananza soll von der Story und vom Humor absolut kindgerecht sein. In diesem Fall für Kinder ab acht Jahren. Hervorzuheben ist wohl auch der kooperative Zweispielermodus, wobei Linda uns gleichzeitig schrieb, dass die Nintendo Switch, die man für dieses Spiel braucht, relativ teuer ist, was wohl auch von den Kindern in den Gruppen so gesehen wurde und die Auswahl an Spielen halt auch noch nicht so groß ist. Also für die Switch zwei.
Moritz: Da fallen mir zwei Sachen ein. Einmal, das glaube ich ein wichtiger Hinweis für Eltern. Wenn man jetzt beispielsweise Geschwister beschenken möchte, ist dann halt so ein Zweiplayer Modus eine tolle Sache auf jeden Fall. Und ich glaube, dass tatsächlich die Anschaffung jetzt von einer neuen Konsole das Budget wahrscheinlich von vielen Familien dann sprengen würde. Aber Linda hat ja auch einige Tipps, für die keine neue Konsole gekauft werden muss.
Ralf: Ja, auf jeden Fall. Zum Beispiel Hello Kitty Island Adventure. Ähnlich wie bei Animal Crossing ist man auf einer Insel mit vielen niedlichen Bewohnerinnen unterwegs und es gibt täglich viel zu entdecken. Man kann die Insel erkunden und Freundschaften schließen. Dieses Spiel gibt es auch für den PC und für die Playstation 5. Als Rennspielalternative zu Mario Kart nennt sie Sonic Racing. Eine weitere Empfehlung wäre Tales of the Shire, ein entspanntes kleines Spiel, in dem man als Hobbit in einer in einem kleinen Dorf lebt, kleine Aufträge erfüllt, kocht oder angelt. Sehr, sehr entschleunigtes Gameplay und nicht nur für Herr der Ringe Fans ansprechend, schreibt sie. Beliebt war bei Rollenspielfans auch das neue Fantasy Life. Und das ist so eine Mischung aus Rollenspiel mit Kämpfen und Simulationen im niedlichen Look. Es gibt einiges zu entdecken und eine interessante Geschichte im Fantasy Setting. Linda selbst hat das Spiel nicht getestet, aber beim Spiel Ratgeber ist eine ausführliche Beschreibung zu finden. Die beiden letzten Spiele würde sie für Kinder ab acht Jahren empfehlen.
Moritz: Wir werden. Die Beurteilung vom Spielratgeber haben wir ja schon gesagt verlinken.
Ralf: Außerdem hat Linda uns ja noch die Auswahl der nominierten Spiele für den Deutschen Kinder Software Preis Tommy zu verlinken. Hier sind auch Hinweise zu den Inhalten der Spiele zu finden, was für Eltern auch eine gute Entscheidungshilfe sein kann.
Moritz: Vielen Dank an Linda. An dieser Stelle noch mal.
Ralf: Von mir auch. Kommen wir zum nächsten Thema. Ich hatte ja schon gesagt, ich wollte über das Datenleck bei WhatsApp reden. Insgesamt sind etwa 3,5 Milliarden Datensätze betroffen. Dabei hat jemand von außen Zugriff auf die Accounts gehabt und konnte vermutlich die Telefonnummern nach manchen Quellen, auch die Profilbilder oder sogar Infos und auch wieder nach anderen Quellen sogar Statusmeldungen abgreifen. Die Chats und das finde ich ganz wichtig zu sagen, sind nicht betroffen. Das heißt Sprachnachrichten oder das, was in irgendwelchen Gruppen oder auch privat geschrieben wurde, ist nicht nach außen gedrungen.
Moritz: Allerdings würde ich sagen, ist das schon problematisch genug. Also wenn die Daten, die du jetzt gerade genannt hast, in irgendeiner Form käuflich im Darknet zu erwerben sind, kannst du im Bereich Identitätsdiebstahl natürlich viel effizienter Phishing oder Spam Anrufe oder so durchführen.
Ralf: Und wenn dann diese Daten auch noch verknüpft werden mit Facebook Leaks oder ähnlichem, dann hast du ein echtes Problem.
Moritz: Stimmt. Also ich kann das jetzt nicht genau sagen, ob das mit dem Datenleck zusammenhängt. Wahrscheinlich ist es eher Zufall oder ich habe irgendwo meine Handynummer, vielleicht in irgendeinem komischen Onlineshop dummerweise hinterlassen. Aber ich kriege im Moment dauernd irgendwelche komischen Anrufe aus dem Ausland. Und dabei ist es dann immer so, dass es immer so dreimal klingelt.
Ralf: Ja, auf jeden Fall. Das höre ich auch in Schulklassen zum Beispiel. Aber ich hatte auch schon diverse Anrufe, die kommen dann aus den Niederlanden oder so.
Moritz: Die gucken einfach nur, ob die Nummer wirklich existiert. Also das heißt, wenn es dreimal klingelt, ist klar, die Nummer gibt es dann wirklich, oder Wenn du dann dran gehst, wird vielleicht noch zusätzlich vermerkt, zu welcher uhrzeit die Person erreichbar ist.
Ralf: Oder es kann ja auch das Ziel sein, dass die wollen, dass man dann zurückruft und dann irgendwelche Mehrwertnummern anruft und dann richtig blechen muss.
Moritz: Genau das wollte ich gerade sagen. Also zurückrufen ist auf jeden Fall richtig dumm. Manchmal ist es auch so, dass extra irgendwelche Länder Vorwahlen genommen werden, die dann so ähnlich klingen wie Vorwahlen aus dem normalen Festnetz oder so und jetzt ist es irgendwie sehr unpraktisch. Meinetwegen könnte man natürlich sagen, alle Nummern, die man nicht im Adressbuch gespeichert hat, dürfen nicht mehr durchkommen oder so.
Ralf: Also für mich wäre das auf jeden Fall keine Option. Ich habe ganz häufig Anrufe von Menschen, die ich nicht kenne, also Nummern, die ich nicht eingespeichert habe in meiner Arbeit. Das wäre keine Lösung für mich.
Moritz: Also ich glaube, Anrufe aus dem Ausland zu sperren ist wahrscheinlich für die meisten Jugendlichen dann schon hilfreich in irgendeiner Form.
Ralf: Ja, das sagen die in den Schulklassen zum Beispiel. Es sei denn, du hast Familie in dem Land. Aber sonst würde ich erst mal nicht reingehen.
Moritz: Und vielleicht kann man das Ganze auch einfach jetzt als Werbung für Signal, als alternativen Messenger interpretieren, oder? Oder wir nutzen das jetzt mal! Denn das ist mein nächster Tagesordnungspunkt, der ja eigentlich noch ganz kurz ist. Ich wollte darauf hinweisen, dass es bei Signal jetzt auch die Möglichkeit gibt, Abstimmungen durchzuführen. Das Fehlen der Abstimmungsfunktion war oft ein Argument gegen Signal als Messenger in meinetwegen irgendwelchen Gruppen, in denen jetzt was weiß ich, einen Sportverein oder so sich organisiert, weil man viele Dinge bei WhatsApp dann mit diesen Abstimmungen besser planen konnte. Und das ist jetzt tatsächlich kein Argument mehr. Signal bietet jetzt auch die Möglichkeit von Abstimmung.
Ralf: Genau. Und was in dem Zusammenhang vielleicht auch noch kurz erwähnt werden sollte, ist, dass man jetzt schon mit den ersten anderen Messengern über WhatsApp kommunizieren kann. Das bedeutet, dass wenn du WhatsApp nutzt und jemand anders kein WhatsApp hat, sondern einen anderen Messenger verwendet, kann man jetzt ja nicht miteinander schreiben.
Moritz: Ja. Mein Traum.
Ralf: Ja, das Ganze ist eine Forderung der EU, was WhatsApp jetzt im Prinzip umsetzt. Es sind nicht alle Funktionen möglich und bisher leider auch nicht alle. Messenger, vor allen Dingen Signal und Streamer sind halt nicht dabei, was eigentlich sinnvoll gewesen wäre. BirdyChat und HIGHCAT Kennst du die? Das sind auf jeden Fall die, mit denen du das jetzt machen kannst.
Moritz: Aber so kann WhatsApp in Zukunft sagen, dass sie die Anforderungen der Europäischen Union umgesetzt haben, weil die Kanäle zu anderen Messenger sind offen. Aber in der Praxis wird sich da wahrscheinlich nicht wirklich was verändern.
Ralf: Nein, aber wenn ich es richtig verstanden habe, wollen Signal und Stream auch gar nicht da mitmachen bei der Geschichte, weil sie aus Datenschutzgründen gar nicht mit WhatsApp zusammenarbeiten wollen.
Moritz: Ah, okay, vielleicht hat WhatsApp da auch darauf spekuliert.
Ralf: Das kann natürlich sein.
Moritz: Müssen wir klären.
Ralf: Wir können ja für alle, die sich damit beschäftigen wollen. Den Artikel auf heise.de einfach auch in die Shownotes packen.
Moritz: Auf den hast du dich jetzt bezogen.
Ralf: Genau. Wir haben das jetzt wirklich nur sehr kurz zusammengefasst.
Moritz: Genau die Zeit wird knapp. Deshalb hier ganz kurz noch was zur Altersverifizierung bei Roblox. Roblox ist so etwas wie eine ich sage mal ganz große Spielesammlung mit Spielen für Kinder, aber auch für Jugendliche und Erwachsene. Wir haben mal eine Folge hier im Podcast aufgenommen. Was ist eigentlich Roblox? Die möchte ich an dieser Stelle empfehlen. Eine große Sorge ist dabei immer wieder, dass Erwachsene auf sehr problematische Art und Weise Kontakt zu Kindern aufnehmen oder aufnehmen können. Und Roblox versucht deshalb, die Chatmöglichkeiten in den einzelnen Spielen oder Lobbys oder wie auch immer man das dann nennt, entsprechend einzuschränken. Und jetzt werden in einzelnen Märkten. Also notiert habe ich mir Australien, Neuseeland, die Niederlande.
Ralf: Mortitz, wo du gerade Australien sagst. Was ist eigentlich mit dem Social Media Verbot für unter 16-jährige in Australien geworden?
Moritz: Das habe ich mich auch neulich gefragt, weil wir letztes Jahr im Dezember schon ziemlich genau vor einem Jahr darüber diskutiert haben. Und letzte Woche auch das EU-Parlament ein Verbot von sozialen Medien für Jugendliche unter 16 Jahren gefordert hat. Wäre was für die nächste Folge. Da werde ich recherchieren.
Ralf: Okay.
Moritz: Aber zurück zum Thema. Also in manchen Märkten wird jetzt ermöglicht, dass Nutzerinnen und Nutzer freiwillig eine Altersschätzung durchlaufen können. Und dabei wird mit einer Gesichtserkennung ermittelt, wie alt die Person vor der Kamera ist. Dabei soll es so sein, dass ein Dienstleister, also nicht Roblox selber, sondern ein externer Dienstleister, diese Fotos dann auswertet und nach der Einschätzung dann auch wieder löscht. Und nachdem diese Verifizierung stattgefunden hat, können die Personen dann in entsprechenden Chats mit Gleichaltrigen kommunizieren. Und dazu gibt es entsprechende Altersgruppen, also zum Beispiel 9 bis 12, 13 bis 15, 16 bis 17 usw. Und wenn ich es richtig verstanden habe, kannst du jeweils mit der eigenen und der angrenzenden Altersgruppe kommunizieren.
Ralf: In Deutschland ist das aber noch nicht möglich.
Moritz: Soweit ich es verstanden habe, soll das Ganze in Deutschland ab Januar 2026 starten. Und wenn du gar nicht mit anderen Menschen chatten möchtest, musst du das ganze auch nicht machen.
Ralf: Nachdem wir gerade über das Datenleck von WhatsApp gesprochen haben, kann ich mir vorstellen, dass hier auch einige sehr kritisch sehen werden, wenn es darum geht, ausgerechnet Fotos von Kindern direkt hochzuladen. Auch wenn es sich dabei um einen externen Anbieter handelt, nicht um Roblox direkt. Da muss man dann schon wirklich vertrauen, dass diese Daten wirklich gelöscht werden und auch kein Datenleck oder sowas möglich ist.
Moritz: Und das gilt für so einige Dienste, die wir da im Alltag nutzen. Also du musst letztendlich vertrauen.
Ralf: Ja, also ich sage mal, den perfekten Jugendschutz ohne Einschränkung im Datenschutz wird es dann wahrscheinlich nicht so ohne Weiteres geben, zumindest.
Moritz: Zumindest auf diese Weise nicht.
Ralf: Darüber haben wir ja auch in der letzten Folge, glaube ich, ausführlich diskutiert, als wir über die grundsätzliche Chatkontrolle in der EU zum Schutz von Kindern und Jugendlichen gesprochen haben.
Moritz: Ja, das denke ich auch. Es ist zum Beispiel auch so, das Roblox verstärkt die Chats mit einer KI kontrollieren möchte. Also das heißt eine Verschlüsselung kann dann gar nicht stattfinden, um dann entsprechend problematische Chatsituationen rechtzeitig zu erkennen und einzuschränken oder zu vermeiden. Wir sollten auf jeden Fall im nächsten Jahr noch mal auf das Thema zu sprechen kommen, wenn diese neue Altersverifizierung dann auch in Deutschland gilt.
Ralf: Genau.
Moritz: Genau. Ich hatte vorhin noch erwähnt, dass ich bei JUCast zu Gast war.
Ralf: Stimmt, die haben dich interviewt, oder du hast ein Gespräch mit den.
Moritz: Genau JUCast ist der Podcast von der Selbsthilfeplattform von Jugendlichen für Jugendliche in juuuport. Ich hoffe, ich habe das T deutlich genug ausgesprochen. Letzte Woche durfte ich dort im Podcast mit dem Scout Pascal über die Motivation der Täterinnen und Täter sprechen, die im Internet im Zusammenhang von Cybermobbing auffallen. Wir sollten die Folge auch auf jeden Fall in den Shownotes verlinken.
Ralf: Ja, das machen wir. Zum Thema Verlinken würde ich sagen, dass die Folge zum Weiterhören die Folge Digitale Spiele als Geschenk für Kinder vom 2. Dezember 2024 sein sollte. Da war Linda vom Spielratgeber NRW ja auch zu Gast.
Moritz: Genau.
Ralf: Ansonsten freuen wir uns über Rückmeldung an podcast@smiley-ev.de über unsere Social Media Kanäle, die auf unserer Homepage smiley-ev.de zu finden sind. Und der nächste Medienerziehung. Montag ist der 15. Dezember 2025. Und bis dahin sagen wir Tschüss.
Moritz: Tschüss. Und dann geht es um Discord. Ich freue mich schon.
Ralf: Oh ja.
Moritz: Tschüss.
Moritz: Ich frage mich bei der Folge von heute.
Ralf: Ja.
Moritz: Wie werden wir in zehn Jahren über diesen ganzen ChatGPT und KI Kram denken?
Ralf: Das habe ich mich schon manchmal gefragt.
Moritz: Vielleicht lachen wir uns kaputt über das, was wir hier uns an Gedanken machen. An Sorgen haben. Oder wo wir gar nicht gemerkt haben, wie gefährlich vielleicht manche Dynamiken von ChatGPT sind, die jetzt noch ganz harmlos wirken.
Ralf: Wenn man sich überlegt, was in den letzten 10 Jahren einfach so passiert ist oder 15 Jahre das wird.
Moritz: Und wir stehen gerade am Anfang. Tschau.
Ralf: Macht's gut.