Status Quo

Aufstieg und Fall von Anbietern sozialer Netzwerke

2013 ist sicher das Jahr, in dem Facebook sich trotz verpatzten Börsenstarts weiter etablieren konnte. Nebenbei sind deutsche Portale, die sich größter Beliebtheit bei Jugendlichen erfreuten, immer unwichtiger geworden. Für SchülerVZ, SchülerCC und andere bedeutet 2013 das Aus. Was kommt und wer geht als nächstes?

Das SchülerVZ wurde am 30. April 2013 geschlossen (wir berichteten). Faste „nebenbei“ erfuhren wir von Schülern, dass auch das ehemals zweitgrößte Schülernetzwerk SchülerCC am 2. Dezember gelöscht wurde. Der Betreiber bedankt sich für die „tolle gemeinsame Zeit“ und kündigt ohne Begründung an, dass das SchülerCC abgeschaltet wird. Der Grund ist allerdings offensichtlich: es wird wohl nicht mehr genutzt. Nach Angaben des Betreibers waren es einmal drei Millionen Schülerinnen und Schüler, die hier tagtäglich ihren Alltag dargestellten, diskutierten und Inhalte teilten. Wie beim SchülerVZ konnte das Abwandern zu Facebook nicht aufgehalten werden.

Aus für Morphex, CLP- und OS-Community bestehen weiter

Auch kleine lokale Anbieter konnten sich 2013 nicht länger am Markt halten. Das soziale Netzwerk Morphex aus Aurich mit einstmals 140 000 Nutzern aus Ostfriesland stellte Ende März 2013 seinen Dienst ein. Andere niedersächsische Netzwerke wie die CLP-Community sowie OSC bestehen weiterhin. Dies gelingt mitunter durch den lokalen Bezug, den diese Plattformen haben, unter anderem gibt es hier einen lokalen Wohnungsmarkt etc.. Gleiches gilt für Goolive aus Hannover.

Facebook wird genutzt – aber nicht geliebt

Noch vor drei Jahren waren in Klassen Aussagen zu hören wie „Ich liebe SchülerVZ“. Man hatte das Gefühl, dass viele so etwas wie Fans des SchülerVZ waren. Es herrschte eine große Identifizierung sowohl mit der Community als auch mit dem Anbieter selbst. Facebook hatte daraufhin einen vergleichbaren Status. Doch das hat sich nach unserer Beobachtung in den letzten Monaten verändert. Facebook wird genutzt, aber nicht zwangsläufig gemocht.

Ein Schüler fasste die Relevanz von Facebook mit folgenden Worten zusammen: „Facebook ist der letzte Scheiß, aber meine Freunde sind es mir wert“ und bringt es auf den Punkt: die allermeisten Facebook-Nutzer sind nicht bei Facebook, weil die Allgemeinen Geschäftsbedingungen als gut empfunden werden oder weil das Design so schön ist, sondern lediglich aus dem Grund, dass die als wichtig empfundenen Menschen ebenfalls dort sind. Einige Schüler sehen Facebook in den letzten Monaten enorm kritisch. Hier hat die oft sehr negative Berichterstattung in Printmedien und Fernsehen offensichtlich Wirkung gezeigt.

Whatsapp profitiert vom schlechten Ruf von Facebook

Mitunter deshalb ist Whatsapp für viele Schülerinnen und Schüler das, was Facebook mal war. Gerade in den Jahrgangsstufen 6 bis 8 erleben wir Schulklassen, in denen Facebook im Alltag eine viel geringere Rolle spielt als Whatsapp. Die Kommunikation zwischen Jugendlichen findet viel weniger im Facebook-Chat als bei Whatsapp statt. Was Whatsapp fehlt, ist die Möglichkeit, sich selber darzustellen bspw. über Fotos. An diese Stelle tritt bei vielen Instagram. Über diesen Dienst werden von vielen Jugendlichen unzählige Bilder hochgeladen, diskutiert und per „gefällt mir“ abgestimmt. Die Kombination Whatsapp und Instagram reicht vielen aus – wozu dann noch Facebook? Facebook als Unternehmen kann das unter Umständen egal sein, da Instagram von Facebook gekauft wurde.

Dennoch wird sich dieser Trend vermutlich in den nächsten Monaten fortsetzen, was sich auch in der medienpädagogischen Arbeit niederschlagen muss. Unterrichtsentwürfe zu sozialen Netzwerken, die gerade mal ein Jahr alt sind und Fallbeispiele aus dem SchülerVZ behandeln, bringen Schüler zum Lachen – aber nicht zum Nachdenken über die eigenen Nutzung von sozialen Netzwerken.

Dieser Beitrag wurde am 17.12.2013 verfasst.
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