Folge 43: Vertrauen ist gut - Kontrolle auch?! - Skript

In der 43. Folge sprechen Ralf Willius und Moritz Becker über die Frage, ob Kinder kontrolliert werden wollen bei der Mediennutzung - obwohl die meisten Kinder eher das Gegenteil behaupten. Am Ende geht es um den digitalen Feierabend im Alltag von Schülerinnen und Schülern.

Moritz: Ich habe mir die Frage gestellt, ob Kinder bei der Mediennutzung nicht vielleicht sogar kontrolliert werden wollen.

Ralf: Nach einem langen Wochenende freue ich mich, dass endlich wieder Montag ist. Medienerziehungs-Montag, und wir nehmen eine neue Folge "Was mit Medienerziehung" auf, dem Podcast von smiley e.V. Mein Name ist Ralf Willius.

Moritz: Mein Name ist Moritz Becker.

Ralf: Und der Verein smiley e.V. bietet Schulworkshops in ganz Norddeutschland an. Hier diskutieren wir mit Kindern und Jugendlichen über einen sinnvollen Umgang mit Social Media. Darüber hinaus bieten wir auch Vorträge für Fachkräfte, Eltern an, denen wir dann über Medienerziehung diskutieren. In diesem Podcast diskutiere ich mit meinem Kollegen über all die Dinge, die so im Alltag uns begegnen. Heute ist Montag, der 13. Mai 2024 und die dreiundvierzigste Folge. Hallo Moritz!

Moritz: Hallo Ralf!

Ralf: Hattest du ein entspanntes,langes Wochenende?

Moritz: Oh ja, ich war mit dem Fahrrad unterwegs.

Ralf: Ich habe ein bisschen gar nichts gemacht und den Garten genossen, das ist ja auch mal nicht verkehrt. Aber bevor wir ins Schwafeln geraten, gibt es Rückmeldungen, lieber Moritz, zu den letzten Folgen?

Moritz: Ja, die letzte Folge beschäftigte sich mit weniger Ablenkung durch das Smartphone. Ich habe da eine Zuschrift bekommen, wo sich eine Zuhörerin erstmal sehr herzlich bedankt hat für die Tipps und hat dann gleich noch zwei Tipps zusätzlich dagelassen, und zwar zum einen hat sie für sich Instagram einfach gar nicht als App installiert, sondern nur übern Browser und muss sich da jedes Mal einloggen, und das führt auch dazu, dass man dann weniger oft auch aus Langeweile sich da einloggt, weil es auch komplizierter ist. Und der zweite Tipp von ihr war, dass sie sich einen Wecker gestellt hat für jeden Tag 22Uhr, da klingelt er und sagt dann go offline, und das ist auch vielleicht eine schöne Variante, dass man merkt: Okay, eigentlich ist die Abendgestaltung jetzt zu Ende, zumindest was Online angeht.

Ralf: Das klingt auf jeden Fall nach einer guten Idee. Ich habe auch eine Rückmeldung. Moritz. Ich habe in einem Gespräch etwas, was dir vielleicht nicht so passen wird, gehört. Du hast beim letzten Mal gesagt, dass wir vielleicht eine Folge, "was ist eigentlich Roblox", machen, wenn mindestes drei Leute...

Moritz: Ja, genau das war der Zusatz.

Ralf: Genau, und die erste hätte ich jetzt schon mal. Es wäre sehr wichtig, eine solche Folge zu machen.

Moritz: Fehlen aber noch zwei.

Ralf: Ihr Mann würde das auch so sehen, aber ich habe es nur als eins gezählt.

Moritz: Das zählt nur als eine. Roblox, vielleicht für alle, die es nicht kennen, ist im Prinzip so was wie eine Spielumgebung oder Spiele-Plattformen, wo sehr viele unterschiedliche Spiele für unterschiedliche Altersgruppen und Zielgruppen zu finden sind. Und wir haben beim letzten Mal oder vorletzten Mal haben wir über Brawlstars gesprochen, und die Frage ist, ob wir mal eine Folge zu Roblox machen, und ich hab da wie gesagt..

Ralf: Das wird aufwendig und Arbeit! Aber was soll man machen?

Moritz: Genau. Ich habe auch noch einige Rückmeldungen. Erinnerst du dich noch an das Alien-Kaninchen, von dem wir gesprochen haben, im Hinblick auf, dass sich Falschmeldungen besser verbreitet? Genau also, wenn ich behaupte, ich habe ein Alien-Kaninchen gesehen, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es geteilt wird, größer, als wenn ich sage, ich habe ein echtes Kaninchen gesehen, obwohl das realistischer ist. Und es gibt einen Popsong. Ich nehme an, der jetzt, du hast davon mitbekommen, der geht auch gerade Viral...

Moritz: Klar, Barbaras Rhabarberbar..Song von Bodo Wartke...

Ralf: Nein, den meine ich nicht. Aber ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich auch überlegt habe, ob wir zu Barbaras Rhabarberbar ein Tanz-Video aufnehmen sollen, um es dann in Social Media hochzuladen, weil das könnte die Reichweite von unserem Podcast hier so ein bisschen erhöhen, das im Moment so der Social Media Tremd.

Ralf: Ob das so zuträglich sein wird.

Moritz: Aber vielleicht würde es, das würde dann passen zu der Rückmeldung, die ich habe. Also im Moment geht dieser Song absolut viral. Diverse Leute machen dazu Tanzvideos, und das aber nicht das, was ich meinte. Das, was ich meinte, ist, ich habe mir vorgenommen, ich werde den Namen der Künstlerin, die ich auch gar nicht so als Künstlerin begreife, nicht nennen, weil ich möchte nicht, dass jemand sich das anguckt, aber zumindest ist hat sie einen Popsong gemacht. Der ist so unglaublich, wie soll man sagen, also wirklich so fremdschämen! Und wenn man auf YouTube die Kommentare durchliest, dann sind da tatsächlich Leute, die sind wirklich auch nur wegen der Kommentare da, wo ganz klar gesagt wird, dieser Song ist wirklich so erbärmlich schlecht. Nur deshalb wird er überall gehört, und das heißt also, es funktioniert einfach. Trash verbreitet sich wahnsinnig schnell, und ich glaube, der Unterschied zu früher, als es noch keine Streaming-Dienste gab...

Intro: "Früher war alles besser"
Moritz: Stimmt, das gehört eigentlich in unsere Rubrik: Früher war alles besser. Aber bevor es Spotify und all die Dienste gab, da hast du ja eine CD kaufen müssen, um einen bestimmten Song zu hören für 10 €, und du hast nicht irgendwie was gekauft, von dem du wusstest, dass es schlecht ist, und deshalb hat man mit wirklich schlechter Kunst auch kein Geld verdienen können. Und jetzt ist es aber im Internet so, dass du nicht unmittelbar monetär bezahlen musst, um dir Trash anzugucken, und deshalb funktioniert wirklich. Ach, was rege ich mich auf? Ich wollte ich eigentlich gar nicht drüber sprechen.

Ralf: Gab es nicht vor ein paar Jahren auch schon mal Videos von einer Youtuberin die auch nicht wirklich so gut waren.

Moritz: Bibis Beautypalace, der SOng How it is oder wieder hieß von Bibi, ist damals in die deutschen top Singles eingestiegen, wobei ich glaube, dass die meisten Leute haben den vorbestellt und so eine Art Vertrauensvorschuss und hätten es vielleicht nicht gekauft, wenn sie es nicht blind bestellt hätten. Aber auch mit CD`s konnte man mit Trash Geld verdienen.

Outro: "Früher war alles besser" - naja fast.

Moritz: Lass uns nicht darüber sprechen

Ralf: Und den Namen vor allen Dingen nicht nennen,

Moritz: Nein, auf gar keinen Fall! Letzter Punkt ist, dass ich noch eine Rückmeldung bekommen habe zum Thema Handy-Bettchen, Handy weglegen, aber das können wir vielleicht am Ende klären, dass wir das erst mal zurückstellen.

Ralf: Alles klar, dann stelle ich es auf die Liste und frage, was hast du denn für ein Thema für heute mitgebracht, Moritz?

Moritz: Ja, wir haben das Thema, was wir vorletzte Woche besprechen wollte, was wir ja nicht besprechen konnten, beziehungsweise weil du einfach, warum ist, egal warum, das heißt, alle, die jetzt nicht wissen, warum wir die letzte Folge nicht so produzieren konnten, wie wir wollten, müssen sich die letzte Folge anhören. Aber egal zum Thema, ich habe mir die Frage gestellt, ob Kinder bei der Mediennutzung nicht vielleicht sogar kontrolliert werden wollen, und zwar haben wir im Rahmen einer Fortbildung mit Lehrkräften darüber gesprochen, was die Rolle von Eltern im Rahmen von Medienerziehung sein kann und was dann die Aufgabe letztendlich von Schule ist. Und die Lehrkräfte, haben dann darüber diskutiert, ob man von Eltern erwarten kann, sollte oder muss, dass sie die Handys ihrer Kinder kontrollieren und was ich sehr...

Ralf: Also, die Chatverläufe und so was?

Moritz: Ja, Chatverläufe oder vielleicht grundsätzlich einfach kontrollieren, was die Kinder mit den Smartphones machen. Und ich habe das schon oft mit Lehrkräften diskutiert, und das Spannende ist, wenn du mit Lehrkräften diese Thematik diskutiert, ist das ganz anders, als wenn du mit Eltern diskutierst, weil du bei einer Fortbildung mit Lehrkräften, ich würde mal sagen, so ungefähr ein Drittel hat selber auch Kinder in dem Alter und sind dann Eltern und Lehrkräfte zugleich, und denen fällt das viel schwerer zu sagen, ja, Eltern müssen das kontrollieren, weil diese Lehrkräfte, die eben auch Eltern sind, wissen, dass das nicht so einfach ist oder dass das auch unter Umständen sehr unangenehm ist, die Handys der Kinder zu kontrollieren, oder die Kinder das auch nicht wollen, oder man unter Umständen dort in einige Konflikte geht, und die Eltern beziehungsweise die Lehrkräfte, die keine Kinder in dem betreffenden Alter haben. Also das betrifft die, wo die Kinder schon wesentlich älter sind als vielleicht Anfang 20 sind, wo es Smartphones in der Form damals auch noch nicht so gab wie jetzt, oder die, wo die Kinder sehr viel jünger sind, oder die, die gar keine Kinder haben. Denen fällt es sehr leicht zu sagen, ja, klar, Eltern müssen kontrollieren, und auf die Weise würde das eine oder andere vielleicht verhindert werden, und das war für mich, ich habe das schon oft so festgestellt, weil tatsächlich dort, eben so, wenn man selber keine Kinder hat, man da eine ganz andere. Ähm!

Ralf: Man hat definitiv einen anderen Blickwinkel drauf. Das Kontrollieren ist ja das
eine, aber wenn du dann feststellst, dass da was schief ist, dann musst du deinen Kindern das ja auch sagen. Entschuldige, ich wollte...so aus Versehen, habe ich da mal drauf geguckt, oder?

Moritz: Stimmt, das ist sogar nochmal, also das, sagen wir mal, unangekündigt kontrollieren, das ist nochmal ein ganz anderer Punkt, aber zumindest, was eben anders war in der Diskussion in der Fachkräfte-Fortbildung, von der ich jetzt erzähle, war, dass die Idee entstanden ist, inwieweit es vielleicht für Kinder auch aus Sicht der Kinder gut ist, wenn Eltern kontrollieren, und üblicherweise ist es so, das ist zumindest mein Gefühl, dass die meisten Kinder sagen würden, ich finde es doof, dass meine Eltern Handys kontrollieren, und mein Bauchgefühl sagt mir auch, Kinder wollen das nicht. Und das Spannende war, dass in der Fortbildung dann auf einmal die Idee entstand, dass aus Sicht der Kinder das vielleicht sogar gewünscht ist, auch wenn die Kinder das vielleicht selber gar nicht so reflektieren oder so sagen würden. Und für mich ist dann immer hilfreich zu überlegen, dass jetzt nicht am Beispiel von Smartphones oder Handy kontrollieren zu überlegen, sondern von so grundsätzlichen alltäglichen Erziehungssituationen, die wir Eltern auch aus der eigenen Kindheit kennen. Also meinetwegen, nehmen wir mal bei so einem drei oder vierjährigen Kind das Beispiel Zimmer aufräumen.

Ralf: Ich will grad sagen, da fängt es jetzt ja nicht mit Handy an.

Moritz: Die wollen ihr Zimmer nicht aufräumen, sehen auch gar keine Notwendigkeit darin, das Zimmer aufzuräumen, obwohl jeder andere Mensch sofort sieht. Hier ist Handlungsbedarf.

Ralf: Aber so was von.

Moritz: Genau! Das heißt, du kannst, kompliziert gesprochen, sagen, das Kind selber hat keine intrinsische Motivation, das Zimmer aufzuräumen, und wird also nur durch extrinsische Motivatoren dazu bewegt, aufzuräumen.

Ralf: Mama oder Papa.

Moritz: Genau aber auch nicht einfach nur durch die Existenz von Mama und Papa, sondern dass Mama und Papa vielleicht sowas sagen wie erst, wenn du dein Zimmer aufgeräumt hast, darfst du Fernsehen oder solange du dein Zimmer nicht aufgeräumt hast, können wir das und das nicht machen, obwohl es natürlich möglich wäre. Aber die Eltern sagen, wir machen das nicht, oder das wäre dann letztendlich auch ein Motivator. Sag mal so der schwarzen Pädagogik Angst also zu sagen, wenn du dein Zimmer nicht aufräumst, dann drohe ich ihr mit irgendwas,

Ralf: Dann hole ich n Container, und das kommt da alles rein.... Ja,

Moritz: Zum Beispiel, oder meinetwegen auch so ein indirekter Liebesentzug, dann habe ich dich nicht mehr lieb oder so. Das sind ja alles auch Strategien, die Eltern vielleicht auch aus der Verzweiflung heraus anwenden, und dann räumen die Kinder das Zimmer auf. Ich glaube, dass aber der größte Motivator für Kinder sein kann, dass die Kinder wollen, dass die Eltern am Ende sagen: Mensch, du bist ein tolles Kind, weil du dein Zimmer aufgeräumt hast, auch wenn das Kind selber gar keinen Sinn drin sieht. Aber das Kind möchte, dass die Eltern stolz sind, sie wollen, gefallen, wollen Lob oder vielleicht auch wirklich ehrliche Anerkennung. Und das ist im Prinzip dann der Motivator, der vielleicht sogar erforderlich macht, dass die Eltern am Ende nach dem Zimmer aufräumen, so etwas machen wie so eine Endabnahme. Also, das heißt, es reicht ja nicht, dass das Kind in die Küche kommt und sagt, ich habe das Zimmer fertig aufgeräumt, und die Eltern sagen: Mensch, toll, sondern vielleicht ist es dann sogar noch besser, wenn die Eltern dann ins Zimmer rein gehen, Mensch, das ist ja wirklich alles aufgeräumt, und du hast ja sogar die Fensterbank aufgeräumt oder Fenster geputzt oder was auch immer. Und das bedeutet also, dass eigentlich das ganze erst abgeschlossen ist, wenn die Eltern so eine Art Abnahme durchgeführt haben, was ja faktisch auch eigentlich so etwas ist wie eine Kontrolle, weil es ja durchaus sein kann, dass die Eltern dann sagen, ja, aber guck mal, hier unterm Bett hast du da nur alles drunter geschoben. Das reicht jetzt aber nicht, und das, glaube ich, ist ein Erziehungsstil, der durchaus üblich ist. Also so lernen Kinder im Prinzip, Dinge zu machen, die sie von sich heraus gar nicht wollen, aber sie machen es trotzdem, damit die Eltern im Rahmen der Kontrolle, wie auch immer du das nennen möchtest, den Kindern das schöne Gefühl geben, im Sinne von: was bist du für ein toller Mensch, der verdient hat, liebgehabt zu werden, weil du dein Zimmer aufgeräumt hast, wie auch immer man das jetzt im Einzelnen bewertet, ob das wirklich gut ist oder nicht. Aber ich glaube, das ist durchaus üblich, dass Kinder so groß werden.

Ralf: Wenn man das jetzt übertragen würde auf die Handynutzung oder beziehungsweise das Kontrollieren, dann wäre das spannend. Das wäre ja im Prinzip so, als wenn man genau das tut. Ich sag mal, jeden Sonntagnachmittag sich zusammensetzt, und dann wird kontrolliert, ob das Kind sich dann auch vorschriftsmäßig benommen hat, und kann dann quasi punkten bei den Eltern. Guck mal hier im Chat alles super hier! Das sind meine Freunde bei Instagram, das sind nur Leute, die ich kenne.

Moritz: Oder den den, den mir fällt ganz viel ein, also.

Ralf: Hier hab ich mich auch eingemischt, hab ich auch mal gesagt, das darf man nicht!

Moritz: Ja, oder auch einfach zu sagen, guckt mal bitte hier in meinen Suchverlauf. Ihr könnt gucken, was ich im Browser alles eingegeben habe. Da werdet ihr feststellen, ich habe nichts aufgerufen, was ihr mir verboten habt.

Ralf: Bildschirmzeit ist auch im Rahmen.

Moritz: Absolut, und das passt zu dem. In der letzten Folge, hattest du die Idee, mit diesem Forest, mit dieser App Bäume zu pflanzen. Da hattest du genau das angeregt, dass man meinetwegen Sonntags analysiert. Was hast du letzte Woche für Bäume gepflanzt oder Wälder?

Ralf: Vielleicht noch mal zusammengefasst. Diese App Forest hatten wir in der letzten Folge kurz vorgestellt, eine App, in der man Bäume pflanzen kann und in der Zeit dann das Handy nicht nutzen kann. Da ging es um die Idee: weniger Ablenkungen beim Handy, und in dem Moment, wo ein Baum gepflanzt wird, kann man 30 Minuten einstellen, und dann kann man das Handy nicht mehr benutzen, und wenn man früher das Handy nutzt, dann wachsen die Bäume nicht so gut. Und das dann am Ende der Woche mit der Familie im Sinne eines Wettkampfs oder eines gemeinsamen Waldes oder so, dann wertzuschätzen.

Moritz: Den schönsten Wald, und da ist die Motivation nicht unbedingt, das Handy möglichst wenig zu benutzen zu Zeiten, wo ich vielleicht für die Schule lernen muss, sondern eigentlich ist eher das Ziel, einen größeren Wald zu haben, als die Eltern erwarten oder so, und deshalb glaube ich, dass das so dieses Kontrolle und überprüfen, das kann durchaus für die Kinder letztendlich auch so als Alltagsritual, durchaus von den Kindern als positiv wahrgenommen werden. Also, es ist nicht unbedingt so, dass Kontrolle zwangsläufig immer so ein ganz massiver Eingriff ist, sondern das kann schon empfunden werden als so ein, ja wie so ein Ritual. Da kriege ich das Feedback für das, was ich da die Woche über gut gemacht habe, dass ich glaube schon, dass das funktionieren kann.

Ralf: Ja, das kann ich mir auch vorstellen. Die Frage ist nur, was ist, wenn das dann nicht mehr kontrolliert wird? Also ist das wirklich so ritualisiert, oder ist es am Ende so, dass, wenn die Eltern dann nicht mehr kontrollieren, die Motivation quasi auch dann hinfällig wäre?

Moritz: Das heißt, es führt nicht zu Selbstständigkeit. Das ist ein wichtiger Gedanke, wenn du das jetzt dann irgendwann lässt, weil du denkst, jetzt braucht das Kind nicht da.

Ralf: Weil, der hat das ja bisher super gemacht, müssen wir jetzt gar nicht mehr so genau kontrollieren, dass dann das Kind....

Moritz: Dann merkt das Kind, jetzt werde ich nicht mehr kontrolliert. Jetzt kann ich eigentlich machen, was ich will, und es baut nur scheiße.

Ralf: Das wäre das, was ich vorstellen, was passieren kann.

Moritz: Ja, und deshalb müssen Eltern ein Gespür dafür haben, wann das Kind unter Umständen aus eigenem Antrieb heraus in der Lage ist, jetzt an meinem Beispiel des Zimmeraufräumens für Verordnung zu sorgen, ohne dass die Eltern das kontrollieren müssen.

Ralf: Das heißt in dem Moment, wo man merkt, das Kind hat verstanden. Ich mache es jetzt nicht nur, um dich zu ärgern, sondern weil es durchaus auch sinnvoll ist, seine Sachen wiederzufinden und auch ein bisschen mehr Platz haben zum Spielen, übertragen aufs Handy, ist es sinnvoll. Ich habe weniger Stress, ich habe mehr Zeit für meine Freunde. Wenn die, wenn man als Vater, als Mutter merkt, das Kind hat, das verinnerlicht und nicht nur das Ritual, sondern auch der Grund oder die Hintergründe, dann könnte man es schleifen lassen.

Moritz: Eigentlich wäre wichtig, dass dieses Kontrollieren also zumindest mit diesem Motivator, den wir uns hier gerade zusammengereimt haben, nur dann stattfindet, wenn ein Kind, das sonst nicht könnte, also das heißt ein Kind, das nicht in der Lage ist zu entscheiden, auf welche Internetseiten ich sinnvollerweise nicht gehe, wird sich entscheiden, auf eine gefährliche Internetseite nur dann nicht zu gehen, wenn es davon von den Eltern dann gelobt wird. Und irgendwann muss ein Kind oder Jugendlicher selbstständig sein und sagen, ich gehe auch nicht auf diese gefährliche Internetseite, unabhängig davon, ob meine Eltern das mitkriegen oder nicht?

Ralf: Also, mein Bauchgefühl sagt, dass viele Eltern, du hast das eingangs auch schon erwähnt, ja auch Bauchschmerzen haben: das Kontrollieren.

Moritz: Ich glaube, das ist sehr unangenehm, wenn du das Handy deines Kindes kontrollierst, und liest dann in einem Chat so sehr private Konversation.

Ralf: Vor allen Dingen ja auch mit anderen Kindern.

Moritz: Ja, klar!

Ralf: Also, weil in dem Moment, wo ich in den Chat meines Kindes kontrolliere, lese ich ja auch die Gedanken von den besten Freunden oder Klassenkameradinnen und Kameraden der Kinder.

Moritz: Also, ich hatte in der Vorbereitung, das ist jetzt ja schon leider 14 Tage her, hatte ich mich auch mit dem Gedanken beschäftigt, was auch schon oft Thema zwischen uns beiden war in Diskussionen, inwieweit Kinder auch ein Recht auf Privatsphäre haben. Und in den UN-Kinderrechtskonventionen, weil ich suche mir das mal hier raus, warte Artikel 16. Kein Kind darf willkürlichen oder rechtswidrigen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung oder sein Schriftverkehr, und ich finde, Schriftverkehr, das ist also die Kinderrechtskonvention, sind ich glaube, aus Neunzigern oder noch älter, oder rechtswidrigen Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden. Also, das heißt, ein rechtswidriger Eingriff in den Schriftverkehr, da finde ich schon schwierig, wenn Eltern jetzt Liebesbriefe lesen würden. Ich glaube, das ist etwas dass würde man aus dem Bauch heraus nicht machen. Und das machst du aber unterständen, wenn du jetzt das Handy kontrollierst.. Der Liebesbrief war klar zu erkennen. Ich glaube, dass auch diese entstehende Intimsphäre in der Pubertät das ist für Eltern. Also das ist einfach, man will, man will da nicht rein, man hat da vielleicht auch einfach gefühlsmäßig sich nichts zu suchen. Und ich habe schon oft mit verschiedenen Eltern oder Fachkräften diskutiert, ob ein Smartphone von Kindern und Jugendlichen so privat ist wie ein Tagebuch. Und selbst wenn wir der Meinung sind, es ist letztendlich ein Telefon und kein Tagebuch, ändert das nichts an der Tatsache, dass die Kinder es aber dann doch genauso benutzen und alles Private da in irgendeiner Form abgebildet wird.

Ralf: Das ist ja genau das, was wir mit den sechsten Klassen tagtäglich diskutieren.
Da geht es ja auch um die Frage, wie persönlich ist so ein Handy, weil die genau das sagen? Da sind ja nicht nur Sachen von mir, sondern auch von meinen Freunden, und der große Unterschied: das Tagebuch, das kannst du zu Hause verstecken und so weiter...

Moritz: Das heißt, selbst wenn Eltern sagen, es ist kein Tagebuch, sondern einfach nur ein Telefon...

Ralf: ...sehen die Kinder das anders.

Moritz: Die Kinder nutzen es halt einfach genau so.

Ralf: Aber trotzdem funktioniert das Modell, das wir es beschrieben. Ja,

Moritz: Ja, in gewisser Weise ein Dilemma. Ich, ich hab noch nie, also mir fällt das gerade auf. Ich habe noch nie so diese positiven Auswirkungen von Kontrolle im Sinne von Motivation. Das habe ich noch nie so ernst genommen, wie wir das gerade machen.

Ralf: Ich finde den Gedanken auch total spannend, weil ich bin auch eher, ich würde eher grundsätzlich so aus meiner pädagogischen oder auch als Eltern, also als Vater, sagen, das ist ein sehr, sehr tiefer Eingriff, ist, wenn man es kontrolliert, auf der anderen Seite so diesen Sicherheitsgedanken, den dass Kinder ja auch gibt, also so eine Bestätigung von Mama und Papa zu bekommen, ist auch nicht zu unterschätzen.

Moritz: Ich glaube, dass dieses, dieses Aufpassen auf Kinder ist ja auch etwas, was entlastet. Also das heißt, wenn du jetzt als Kind etwas machst, wo du unsicher bist, ob du das richtig machst oder nicht, und deine Eltern sind dabei und passen auf dich auf, dann ist das ja auch nicht übergriffig, dass die Eltern aufpassen, sondern das ist ein Schonraum und eine gewisse Sicherheit, und deshalb glaube ich, dass auch eine Kontrolle vom Smartphone führt auch dazu, dass das Kind das Gefühl hat, ich, ich fühle mich hier sicher, weil meine Eltern passen auf. Dann frage ich mich, ob Eltern das überhaupt gewährleisten können oder ob dann nicht vielleicht auch falsches Sicherheitsgefühl entsteht, also dass ein Kind sagt, ich bin hier ganz natürlich auf TikTok unterwegs und gucke mir diverse Videos an.

Ralf: Und wenn da was Blödes bei gewesen wäre...

Moritz: Dann hätten die mir das schon gesagt, das heißt, das Kind hat, wenn die Eltern jetzt meinetwegen ritualmäßig Donnerstagabend das Handy kontrollieren, dann ist für die Kinder irgendwie klar, meine Eltern haben nix gesagt, also habe ich bis einschließlich Donnerstag auf TikTokalles richtig gemacht, und dabei haben die unter Umständen aber ganz schön problematische Videos angeguckt oder haben auch problematische Kommentare abgesetzt, was die Eltern aber gar nicht sehen konnten, oder vielleicht auch jetzt gar nicht möglich ist.

Ralf: Gar nicht die Zeit hatten, wie immer, alles super und dann waren da doch komische Sachen bei, und sonst hätte Papa ja was gesagt.

Moritz: Oder andersrum, wenn du jetzt überlegst, dass so eine Blacklist, dass du meinetwegen verschiedene Internetseiten sperrst, dass man sagt hier übliche Pornoportale oder so, sperrst, du, und das Kind hat das Gefühl, es geht gar nicht, dass ich mit meinem Handy was Gefährliches machen, weil meine Eltern haben ja alles Gefährliche gesperrt. Dann befürchte ich, dass da doch eher dann auf einmal größere Probleme entstehen, wenn das Kind sich da in der falschen Sicherheit fühlt und sagt, bevor ich was Falsches mache, wird mein Handy mir schon auf die Finger hauen. Aber das, das geht nicht. Niemand kann ein Handy wirklich so kindersicher konfigurieren, dass nicht trotzdem was passieren kann.

Ralf: Dann ist die Watte in Anführungsstrichen weg.

Moritz: Genau das Kind sagt, meine Eltern haben Pornofilter, also kann auch nichts passieren. Dann kriegt es in irgendeinem Messenger einen Link zu einem Pornoportal, was man noch nicht kannt...

Ralf: Oder was zugeschickt einfach

Moritz: Oder direkt den Porno und sagt, meine Eltern haben es ja kindersicher konfiguriert, tippen drauf und sehen dann den übelsten Porno. Und deswegen, glaube ich, ist sehr wichtig, dass Eltern den Kindern, wie soll ich sagen, so aus dem Bauch heraus, glaube ich, wäre eher wichtig, dem Kind zu sagen, ich kann, durch meine Form der Kontrolle kann ich dich nicht zu 100 Prozent beschützen. Also, es ist gar nicht möglich, dich zu 100 Prozent zu schützen. Das heißt auch, wenn ich dein Handy kontrolliere, heißt das nicht, dass ich dir damit, wenn ich nicht gesagt habe, so einen Blankoschein ausstelle. Du hast alles richtig gemacht. Also das klingt ein bisschen widersinnig, aber dass Eltern deutlich machen, das Kind muss trotzdem riskante Situationen erkennen.

Ralf: Okay, das heißt, ich mache das, um dir zu helfen, diese Kontrolle. Da kannst du dich nicht hundertprozentig darauf verlassen. Wir gucken uns das gemeinsam an, aber das ist eher eine Hilfe als die Absolution.

Moritz: Dann ist man vielleicht auch schon gar nicht mehr bei so einer Idee von Kontrolle, sondern eher wirklich bei so einer Form von Begleitung, also dass Eltern anbieten, ich begleite dich bei diesem mit unter gefährlichen Internet, und ich versuche da in gewisser Weise, dir einen Schonraum zu bieten, indem ich gewisse Seiten gesperrt habe. Aber das ist kein hundertprozentiger Schutz. Du musst trotzdem in der Lage sein, riskante Situationen zu erkennen, und dann kannst du zu mir kommen, du hast gerade gesagt, und dann helfe ich dir.

Ralf: Genau ich helfe dir auch dabei, dass du das rechtzeitig wegpacken kannst. Ich habe das nicht eingestellt, weil ich nicht will, dass du am Tablet bist, sondern ich helfe dir, weil es dir schwerfällt, das abends wegzulegen, ist unsere Hilfe, dass es ab ner bestimmten Zeit automatisch runterfährt.

Moritz: Ich helfe dir, indem ich ab und zu in Chatverläufe gucke, aber ich finde, das ist, das ist schon ein ganz anderer...

Ralf: Das ist vom Grundgedanken einfach ganz anders. Das ist so. Das ist ja unsere Aufgabe zu begleiten, und ja, manchmal muss man strenger sein, und manchmal muss man auch mehr kontrollieren, bei dem einen als bei dem anderen, aber nicht, weil ich denke, dass du Fehler machst, sondern weil ich weiß, wie schwierig es ist.

Moritz: Und solange ich das Gefühl habe, dass du Hilfe brauchst, werde ich dir helfen, und wenn du die Hilfe nicht mehr brauchst, weil ich im Grunde genommen merke, dass du das alles kannst.

Ralf: Und darüber können wir reden, also im Gespräch, wenn du mir sagst, das brauche ich nicht mehr.

Moritz: Oder vielleicht auch dem Kind klar zu sagen, bitte signalisiere mir, auch wenn es Gründe gibt, weshalb ich gewisse Sachen nicht reingucken soll, wenn dann meinetwegen gesagt wird, oh, da ist jetzt so ein Chat mit einer Freundin, da möchte ich auf keinen Fall, dass ihr da reinguckt, oder ich habe da dies oder das, und es ist so ein grundsätzliches Vertrauen da, dass ich dann auch als Vater oder Mutter weiß, hier geht es jetzt nicht darum, irgendwelche Straftaten zu kaschieren, oder so.

Ralf: Es muss ja nicht immer gleich die beste Freundin sein, das kann ja auch sein, ich chatte da mit einem Kumpel, dem geht es gerade nicht so gut, und ich möchte nicht, dass ihr wisst, warum. Aber...

Moritz: So und wahrscheinlich ist dann doch auch so ein Erziehungsstil, nicht zu sagen, ich kontrolliere dich, um dir zu helfen, sondern ich begleite dich von Anfang an mit viel Neugierde, und dann ist klar, dass ich reingucken möchte, weil mich das einfach interessiert, um dir da zu helfen. Und dann ist wahrscheinlich auch diese Begrifflichkeit von dieser Kontrolle dann, Kontrolle hat sowas was Rabiates. Es geht vielmehr um das Unterstützen, solange bis das Kind das alleine kann, und Unterstützung wollen Kinder definitiv.

Ralf: Das war ein schöner Schlusssatz für das Hauptthema.

Moritz: Danke

Ralf: Okay, dann haben wir, glaube ich, noch ein bisschen was unter "und sonst" nachzutragen.

Moritz: Ich, ich bin gespannt, was wir an Rückmeldungen bekommen, weil es auch wieder so eine Folge ist, die ein bisschen kontrovers ist. Ja, die auch nicht so eindeutig ist. Also, ich habe schon das Gefühl, dass wir nicht so eindeutig jetzt gesagt haben, was zu tun und zu lassen ist, sondern ja, wie gesagt, ich bin gespannt auf alle Rückmeldungen zu diesem Thema.

Ralf: Sehr schön! Bevor wir "und sonst" machen, wir haben letztes Mal vergessen, unseren Online-Abend zu bewerben.

Moritz: Haben wir nicht?

Ralf: Ja, vor zwei oder drei folgen das letzte Mal.

Moritz: Das sollten wir dann sofort.

Ralf: Dann kommt jetzt hier der Werbeblock für unseren Online-Elternabend zu diesem Podcast. Am 18. Juni laden wir ein, um 20 Uhr mit uns zu diskutieren, und zwar live. Das heißt, man kann uns live sehen, und alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Lust haben, mit zu diskutieren, können sich dann über den Chat an uns wenden.

Moritz: Das heißt, niemand braucht die Webcam anzumachen, außer uns beiden. Genau die Teilnahme ist für alle kostenlos, da der Abend genauso gefördert wird von Aktion Mensch wie dieser Podcast generell.

Ralf: Ab 10.Juni ist quasi dann eine Anmeldung möglich über den Link, den wir dann in die Shownotes packen.

Moritz: Und auf unserer Homepage natürlich und auf Instagram und wo wir, so. Ich hatte überlegt, ob wir einen TikTok Account brauchen, weil jetzt sind...

Ralf: Ja, wenn wir das Barbaras Rhabarberbar Video machen wollen, dann auf jeden Fall.

Moritz: Genau, wir können es ja so machen, wenn drei Leute wollen, dass wir Barbaras Rhabarberbar machen sollen ...

Ralf: Nein, das wollen wir nicht!

Ralf: Hm! Was gibt es noch unter "und sonst"?

Moritz: Ich habe mit einer Lehrerin gesprochen, die selber auch Kinder hat, und bei ihr sieht es so aus, dass sie nachmittags, wenn sie aus der Schule nach Hause kommt, ist sie erst mal für ihre Familie da, und wenn die Kinder dann im Bett sind. Ich weiß nicht, wie alt die Kinder sind, dann beschäftigt sie sich mit der Unterrichtsvorbereitung für den kommenden Tag, und so habe ich das von einigen Lehrer gehört. Und dann kann es sein, dass sie dann so um 21Uhr oder so noch eine Nachricht verfasst, die dann an die ganze Klasse ,über deren Schulserver-System, verschickt wird, und für sie ist es so, dass sie davon ausgeht, dass das eigentlich nicht so wichtig ist, dass die Klasse das vor dem nächsten Schultag weiß. Das hat also aus ihrer Sicht keine Priorität, und jetzt passiert es aber, dass hat sie dann festgestellt. Oder haben auch Eltern wohl ihr zurückgemeldet, dass es Kinder gibt, die ihren Eltern sagen, ich muss auf jeden Fall abends um 21 noch mal mit dem Handy online sein, weil es sein kann, dass unsere Lehrerin noch mal geschrieben hat. Das war jetzt also, zumindest glaube ich das, oder ich gehe davon aus, das war keine Ausrede der Kinder, dass sie gesagt haben, ich will noch mehr Online-Zeit haben oder so, sondern die haben tatsächlich das Gefühl gehabt, wenn die Lehrerin um 21 Uhr noch was schreibt, dann wäre das ja vielleicht auch unhöflich, wenn ich das dann erst am nächsten Tag lese. Oder ich habe in der Schule ein Problem, wenn ich das nicht weiß, und die Eltern haben halt die Lehrerin gebeten, das nicht mehr zu machen, und die Lehrerin selber hat dann hat das für sich dann auch nachvollziehen können, wäre aber von sich aus nicht auf die Idee gekommen, dass das ein Problem sein könnte und Kinder das Gefühl haben, ich muss die Nachrichten unserer Lehrerin dann da noch berücksichtigen, und ich habe dann mit anderen Lehrkräften darüber gesprochen. Das muss wohl in einigen, also das sind machen wohl einige Lehrkräfte, dass sie abends dann über die Schulserversysteme dann noch was schicken, und wohl auch in den Kollegien untereinander, ist wohl auch nicht ganz einfach. Wohl, Lehrkräfte. Es nervt, weil die abends nicht arbeiten. Mit denen kannst du nicht so gut kooperieren wie die, die dann meinetwegen nachmittags arbeiten, aber zumindest fand ich das interessant, und in dem Zusammenhang habe ich dann mit einer Klasse gesprochen, wo dann auch die übliche Diskussion, was wir in vielen Klassen besprechen, ob so was wie Öffnungszeiten hilfreich sind für ein Klassenchat. Ich glaube, das ja auch etwas, was wir in der einen Podcastfolge zum Thema gute Regeln für Klassenchats besprochen haben, dass es sinnvoll sein kann zu sagen, ab 19 Uhr schreibt man nicht mehr im Klassenchat oder so, und da hat ein Schüler ja, wie soll ich das sagen? Mit meinen Worten war das so, dass er gesagt hat, irgendwann hat man auch gerne als Schüler mal Feierabend, und der sagte dann, wenn er dann um 18 Uhr oder war noch immer dann das letzte Mal in den Klassenchat reinguckt, dann ist halt gut, weil, dann kann er dann also ich weiß nicht genau, weil für mich klang, ist so ein bisschen dann so er selbst sein, das heißt, er verlässt dann die Rolle, die er in der 6b hat, und wird dann quasi der, der dann halt zu Hause ist und sich nicht um den Klassenverband kümmern muss oder der Angst hat, was zu verpassen, oder der Klassenclown sein muss.

Ralf: Ja, weil, wenn du Klassenclown bist, dann müsstest du ja auch noch was reinschreiben, was Lustiges und.

Moritz: Genau dann hast du auch Angst, dass du nicht mehr Klassenclown bist, wenn wer anders, lustiger ist und so?

Ralf: Und wenn um 18 Uhr Ruhe ist, dann kannst du du selbst sein.

Moritz: Und das fand ich halt so spannend, dass, wenn jetzt beispielsweise Lehrkräfte mit den Klassen in der fünften Klasse zum Beispiel vereinbaren, ich werde euch keine Nachrichten ab 18 Uhr mehr schicken, weil ich die Sorge habe, dass ihr dann das Bedürfnis habt, noch länger wach zu bleiben, um meine Nachrichten zu lesen. Und das will ich aber gar nicht. Und deshalb schicke ich euch ab 18 Uhr auch keine Nachrichten mehr über dieses Schulserversystem, sondern du formulierst die dann halt nur vor. Oder vielleicht gibt es ja auch Schulserversysteme, wo du sagen kannst, die wird erst am nächsten Tag um 13 Uhr abgeschickt. Wie auch immer, ist mir jetzt zu technisch, aber zu sagen, ich werde euch ab einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr mit Nachrichten online belasten und vielleicht hat das dann auch den Effekt, dass die Schülerinnen und Schüler für sich begreifen, okay, und wir werden uns auch nicht mehr mit schulischen Dingen ab 18 Uhr belasten, weil irgendwann ist das noch mal Feierabend für alle.

Ralf: Ich glaube, das ist in großen Betrieben tatsächlich auch üblich, dass genau das nicht mehr möglich ist, dass Mitarbeiter die Mails der Chefs, die Freitagsabends noch alles raushauen, weil im Büro gerade Ruhe ist, dann am Wochenende gelesen werden. Das geht in vielen Betrieben gar nicht mehr, weil da die Server dann abgestellt werden.

Moritz: Fand ich zumindest einen interessanten Gedanken. Das, was mir die Lehrerin da erzählte.

Ralf: Ich habe noch was. Es war Weltpassworttag am zweiten Mai. Jeder erste Donnerstag im Mai ist Weltpassworttag, wo man noch mal über sein Passwort nachdenken sollte. Hast du über deine nachgedacht?

Moritz: Nee, ich hab was anderes nachgedacht, nämlich darüber, dass man bald keine Passwörter mehr braucht und was dann mit dem Weltpassworttag passiert.

Ralf: Wieso braucht man keine Passwörter mehr?

Moritz: Also, ich glaube, dass der Weltpassworttag ist in erster Linie eigentlich dazu da, dass alle möglichen Medien über Passwörter berichten, so, und die Aufgabe von uns ist dann, das zu lesen, und da habe ich verschiedene Sachen nochmal wieder gelesen über Passkeys. Ich weiß nicht, ob du dich damit mal beschäftigt hast. Also das würde mich jetzt überfordern, das ganz schnell zusammenzufassen. Aber im Prinzip ist es ein ganz anderes Lock-In-Prinzip, wo du dich nicht mehr mit einem Passwort einloggst, sondern mit so einem verschlüsselten Code, der auf deinem Endgerät gespeichert ist, denn niemand anders sonst auch in der Form hat, und da sollten wir auf jeden Fall mal ne Folge zu machen, weil Expertinnen und Experten sehen da eine große Chance zu mehr Sicherheit online. Das würde jetzt aber, wie gesagt, zu weit führen.

Ralf: Ja, das wird auf jeden Fall zu weit führen, denn unsere Zeit ist langsam um. Wir sollten uns noch auf eine Folge zum Weiterhören einigen.

Moritz: Stimmt

Ralf: Ich hätte eine Idee? Weltpassworttag. Wir empfehlen die Folge 27: mehr Sicherheit für Smartphone.

Moritz: Das unterstütze ich auf jeden Fall!

Ralf: Sehr schön.

Moritz: Wir freuen uns über Rückmeldungen, entweder per Mail an podcast@smiley-ev.de oder über Instagram

Ralf: Und Tschüss!

Moritz: Tschüss!

Zum Weiterhören empfehlen Moritz und Ralf:

Folge 27: Mehr Sicherheit für das Smartphone

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